St. Pölten: Projektwettbewerb 2019 der NÖ Dorf- und Stadterneuerung: Preise in vier Kategorien vergeben. LH Mikl-Leitner: Um die Dörfer zu beleben, wird an vielen Schrauben gedreht

Niederösterreich könne stolz sein auf die Dorf- und Stadterneuerung; dadurch entstehe unglaublich viel Neues und dadurch werde auch das Miteinander gestärkt, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gestern, Donnerstag, bei der Preisverleihung des Projektwettbewerbes 2019 der Dorf- und Stadterneuerung im Landtagssaal in St. Pölten. „Mit diesem Wettbewerb wollen wir wieder innovative Projekte und neue Lösungen vor den Vorhang holen.“

Zum Projektwettbewerb 2019 wurden insgesamt 76 Projekte eingereicht. Die Juroren bewerteten 27 nominierte Projekte in den drei Kategorien „Soziale Dorferneuerung – Generationen“, „Ortskernbelebung – Innenentwicklung“, „BürgerInnenbeteiligung – Digitalisierung“, zusätzlich unterteilt in Ort/Dorf, Gemeinde/Stadt und Kleinregionen. In der Kategorie Ganzheitlichkeit gab es mit der Stadtgemeinde Neulengbach und den Marktgemeinden Absdorf, Großschönau und Großrußbach vier Bewerber. Sieger ist Großschönau, die Marktgemeinde wird Niederösterreich auch beim Europäischen Dorferneuerungspreis 2020 vertreten.

Im Bild: Der Sieger in der Kategorie Ganzheitlichkeit ist Großschönau, die Marktgemeinde wird Niederösterreich auch beim Europäischen Dorferneuerungspreis 2020 vertreten. Im Bild Maria Forstner, Obfrau der NÖ Dorf- und Stadterneuerung, Bürgermeister Martin Bruckner und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner

Seit dem Fall des Eisernen Vorhanges vor 30 Jahren sei in Niederösterreich „unglaublich viel entstanden“, so Mikl-Leitner. „Niederösterreich ist heute nach wie vor Agrarland, wir sind aber auch Industrieland, Technologieland und unser Land ist auf dem besten Weg, ein Digitalisierungs-Vorreiterland zu werden.“ Um die Orte und Dörfer zu beleben, werde „an vielen Schrauben gedreht“. Wichtig ist ihr auch das Einkaufen im Ort. Mikl-Leitner: „Wenn es keine Geschäfte mehr im Ort gibt, dann wird auch der gesellschaftliche Zusammenhalt brüchig.“ Mit der neuen Landesgesundheitsagentur, die 27 Kliniken und 50 Pflege- und Betreuungszentren mit rund 27.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter einem Dach vereine, habe man eine „gute Organisationsstruktur parat“, um eine nachhaltige Gesundheitsversorgung und Pflege zu gewährleisten, sagte die Landeshauptfrau. Niederösterreich sei auch federführend bei den Klimabündnisgemeinden und der E-Mobilität. „Lösungen, die im Kleinen entwickelt wurden“, könnten auch ein Vorbild auf europäischer Ebene sein.

Die Kategorie „Soziale Dorferneuerung, Generationen“ dominierten die Gemeinde Dorfstetten mit der Freizeitanlage (Ort/Dorf), die Stadtgemeinde Gmünd mit dem Filmprojekt Ceske Velenice (Gemeinde/Stadt) sowie die Region um Wolkersdorf mit der RuWi Kids Kinderbetreuungsplattform (Kleinregionen). Den zweiten Platz erreichte der Dorferneuerungsverein Bromberg mit dem Projekt Verhexter Hör-Erlebnis-Bewegungs-Weg (Ort/Dorf), die Stadtgemeinde Waidhofen an der Ybbs mit „Näher zum Fluss“ (Gemeinde/Stadt) sowie die Kleinregion Waldviertler StadtLand mit dem Filmprojekt Jugend tritt Wirtschaft (Kleinregionen). Platz drei erging an den Dorferneuerungsverein Feistritz mit der Erholungsoase im Wald, die Marktgemeinde Biedermannsdorf mit der Revitalisierung Perlashof (Gemeinde/Stadt) und an die Kleinregion Großes Erlauftal mit Via Aqua – vom Erlauftal zum Trefflingfall (Kleinregionen).

In der Kategorie „Ortskernbelebung – Innenentwicklung“ gewannen die Gemeinde Stössing mit „Die Greisslerin“ (Ort/Dorf), die Marktgemeinde Oed/Öhling mit dem Sturmhof Oed (Gemeinde/Stadt) sowie das Pielachtal mit der Interkommunalen Wirtschaftskooperation (Kleinregionen). Platz zwei gingen an die Dorferneuerung Herzogbirbaum mit UmGang in/mit Herzogbirbaum (Ort/Dorf), die Gemeinde Rohrbahn an der Gölsen mit der Ortskerngestaltung „Rohr am Bach“ (Gemeinde/Stadt) sowie an das Netzwerk Ortskernbelebung mit dem Projekt „Ortskernbelebung durch Impulsprojekte“ (Kleinregionen). Auf Platz drei landeten der Dorferneuerungsverein „Ke.Ma.Zaum“ mit dem Bauernmarkt Kematen (Ort/Dorf), die Marktgemeinde Kottingbrunn mit der Neugestaltung Schlosshof (Gemeinde/Stadt) sowie der Verein „Lebensraum Land um Laa“ mit Wohnen im Land um Laa (Kleinregionen).

In der Kategorie „BürgerInnenbeteiligung, Digitalisierung“ holten sich die Marktgemeinde Leopoldsdorf bei Wien mit Partizipationsprozess AG34 (Ort/Dorf), der FVDV Seebenstein mit Jugendbeteiligung in der Dorferneuerung (Gemeinde/Stadt) sowie die Kleinregion Traisen Gölsental mit Regionale Agenda 21 (Kleinregionen) den Sieg. Platz zwei erging an die Gemeinde Ramsau mit Partizipative Spielplatzplanung (Ort/Dorf), die Gemeinde Rabenstein mit FRANZ trifft DIGITAL und die Stadtgemeinde Tulln mit Tagtool Convention Tulln (Gemeinde/Stadt) sowie an die Kleinregion Waldviertler Hochland mit Klimawandelanpassungskonzept (Kleinregionen). Auf Platz drei wurden gekürt die Marktgemeinde Gutenbrunn mit Gutenbrunn ist fit (Ort/Dorf) und die Kleinregion Wagram mit My great place Wagram (Kleinregionen).

Der Projektwettbewerb findet alle zwei Jahre statt und holt eine Auswahl an ganz besonderen Initiativen der niederösterreichischen Dorferneuerungsvereine vor den Vorhang.

Im Bild: Maria Forstner, Obfrau der NÖ Dorf- und Stadterneuerung, Bürgermeister Martin Bruckner und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (2., 3. und 4. von links) mit weiteren Vertretern der Markgemeinde Großschönau

Informationen: NÖ Landeskorrespondenz, Fotos: Filzwieser