Pernkopf und Nemecek: „Geschichte auf Rädern“ soll Zeitgeschichte greifbar machen und an die Leistungen des großen österreichischen Staatsmannes erinnern.

St. Pölten/Mariazell (OTS) – Ein ganz besonderes Erinnerungsstück begleitet heuer die 75. Wallfahrt des NÖ Bauernbundes nach Mariazell: Der ehemalige Dienstwagen von Leopold Figl wird bei der diesjährigen Jubiläumswallfahrt am 18. und 19. September im steirischen Wallfahrtsort vor Ort zu sehen sein.

Die geschichtsträchtige Mercedes-Limousine, die sonst im Museum Niederösterreich in St. Pölten ausgestellt ist, verkörpert stilvoll und gediegen das Wirtschaftswunder der 1950er-Jahre. Der schwarze Mercedes 220 S, ein sogenannter „Großer Ponton“, hat einen Reihen-6-Zylinder-Motor mit 2,2 Liter Hubraum und 100 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 160 km/h. Leopold Figl, der sowohl die österreichische wie die niederösterreichische Geschichte als Bundeskanzler und Landeshauptmann entscheidend geprägt hat, nutzte den schwarzen Mercedes in seiner Zeit als Außenminister bis 1959. Allerdings fuhr er mit diesem Auto nicht zur Unterzeichnung des Staatsvertrages, da im vorliegenden Typen-Genehmigungsbescheid Baujahr und Erstzulassung erst mit 1957 angegeben sind. Das in Stuttgart hergestellte Fahrzeug brachte aber zweifelsfrei die Republik Österreich um vieles weiter, gelang Leopold Figl in seiner Amtszeit als Außenminister doch die Aufnahme unseres Landes in die Vereinten Nationen.

Bedeutung der Demokratie für ein Miteinander in der Gesellschaft
„Leopold Figl hat sich immer für das Miteinander in der Gesellschaft eingesetzt. Diesen Weg folgen wir und werden sein Versprechen, die niederösterreichische Bauernschaft nach Mariazell zu bringen, auch heuer wieder einhalten“, fühlen sich NÖ Bauernbundobmann Stephan Pernkopf und Bauernbunddirektor Paul Nemecek dem Andenken an den großen Staatsmann verpflichtet und ergänzen: „Gerade bei unserer Jubiläumswallfahrt ist dieses Fahrzeug als ‚Geschichte auf Rädern’ eine Bereicherung, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kann so Zeitgeschichte greifbar gemacht und die Bedeutung von Demokratie in turbulenten Zeiten am besten vermittelt werden.“

Top-gepflegt und voll in Schuss hat der Mercedes mittlerweile unglaubliche 830.000 Kilometer auf dem Tacho. Oldtimer-Fans wissen es: Auch betagte Automobile wollen bewegt werden. Um die volle Fahrtauglichkeit zu gewährleisten absolviert die Limousine nach Angeben des Landesmuseums daher jedes Jahr einer größeren Ausfahrt – so hat sich diesmal mit dem Ausflug nach Mariazell gleich die passende Gelegenheit ergeben. In Mariazell wird die historische Limousine an beiden Tagen in unmittelbarer Nähe der Basilika zu sehen sein. Doch aufgepasst: Bei Schlechtwetter und Regen bleibt das ehrwürdige Exponat im Museum in St. Pölten.
Die Geschichte der NÖ Bauernbundwallfahrt geht zurück auf ein Gelöbnis von Leopold Figl und Josef Reither. Sie gelobten in der Zeit des Nationalsozialismus in der Hoffnung, dass Österreich wieder Freiheit und Selbstständigkeit erlangen werde, zum Dank jedes Jahr Niederösterreichs Bauern in einer Wallfahrt nach Mariazell zu führen. Erstmals einlösen konnten Leopold Figl, damals Bundeskanzler, und Landeshauptmann Josef Reither ihr Gelöbnis im Jahr 1947. Infos zur Wallfahrt: www.noebauernund.at

Im Bild: Der „W 15“-Mercedes mit (v.l.) Bauernbundobmann LH-Stv. Stephan Pernkopf und Direktor Paul Nemecek vor seiner großen Ausfahrt im Landesmuseum in St. Pölten. Foto: NÖ Bauernbund/ G. Moser

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