Litschau: Theatrales Isolations-Experiment „Bitte nicht berühren“ von Theater kollekTief läuft seit 1. August

Eine ganze Stadt wird Bühne:
Von 7. bis 16. August 2020 ist Litschau am Herrensee, die nörd­lichste Stadt Öster­reichs, wieder Schauplatz für das Theaterfestival HIN & WEG. Tage für zeitgenössische Theaterunter­hal­tung. Festivalerfinder und Intendant: Zeno Stanek, künstlerische Ko-Leitung: Katharina Stemberger und Ernst Molden. Selbstredend wird auf die Einhaltung der notwendigen cornabedingten Sicherheits­vor­kehrungen bei allen Veranstaltun­gen geachtet!

An verschiedensten Orten in der Stadt und am Herrensee zeigt Zeno Stanek unter dem Motto „Arbeit und Schönheit“ zehn Tage lang eine große Bandbreite an theatralen Formen: Aufführungen, szeni­sche Stückprä­sen­ta­tionen, „Küchen­le­sungen“ von bekannten Theatermen­schen in privaten Haushalten (mit Drei­gang­menü), Hörspiele, Theater für junge Menschen, Autor* innenlesungen, Workshops und Sonderprojekte wie einen Hörspaziergang im Wald oder das Isolations-Experiment „Bitte nicht berühren“ von kollekTief, bei dem sich alle Darsteller*innen 14 Tage lang in verglasten Wohn­boxen in Einzelisolation begeben und dabei rund um die Uhr beobachtet werden können. Dazu gibt es als Matineen hochkarätig besetzte Diskussio­nen, einen Ö1-Klassiktreffpunkt aus dem Herrenseetheater, Feuer­gespräche zu später Stunde, unterschiedliche Beiträge von artist*innen in residence vor Ort und last but not least sechs Singer-Songwriter-Konzerte.

Theatrales Isolations-Experiment von kollekTief gestartet

Anna Marboe, Alina Schaller, Anton Widauer, Felix Kammerer und Tilman Tuppy sind am 1. August in ihre Glasboxen am Eingang zum Feriendorf Königsleiten in Litschau im Waldviertel eingezogen. 14 Tage lang werden die jungen Theaterleute und Künstlerinnen während ihres Isolations-Projekts „Bitte nicht berühren“ (Konzept und Idee: kollekTief / Produktion: Theaterfestival HIN & WEG in Zusammenarbeit mit kollekTIef) in Einzelisolation leben und arbeiten. Mit einer starken ersten Performance zum täglichen Ritualsoundtrack (Komposition: „Olf“ / Florentin Bergsmann) und einem persönlichen Konzert von Nino aus Wien um 00:30 Uhr, der den Schrammel.Klang-Ausklang an dem Abend bestritt, ging es in die erste Nacht.

Die mit einer Glasscheibe an den Längsseiten ausgestatteten Boxen sind im Kreis aufgestellt und alle gleich ausgestattet: 1 Bett, 1 Tisch, 1 Sessel, 1 Regal, 1 Paravant, 1 ÖKlo-Toilette und eine Stehlampe gehören zur Einrichtung. Ohne Smartphone und Laptop, nur begleitet von 14 persönlichen Gegenständen, spielt sich der Alltag der Fünf ab – mit einem klar strukturierten Ablauf. Die Kommunikation untereinander erfolgt aus­schließ­lich über Sichtkontakt und fallweise über Mikrophone.

Das Publikum kann den Isolierten rund um die Uhr zusehen, auch bei den regelmäßig stattfindenden kleinen Performances jeden Abend um 20:45 Uhr. Bei den täglichen „Ritualen“ kann jeder, der möchte, auch mitmachen, sprich tanzen. Am 15. 8. verlassen Anna Marboe, Alina Schaller, Anton Widauer, Felix Kammerer und Tilman Tuppy ihre Isolation und präsentieren als Abschluss des theatralen Experiments um 20:30 Uhr eine Performance im Herrenseetheater Litschau am See, in der sie ihre Erfahrungen der vergangen 14 Tage verarbeiten.

Insgesamt kann das Publikum an den beiden Wochenenden 7. bis 9. und 14. bis 16. August aus an die 140 Veranstaltungen wählen, unter der Woche finden die Theaterworkshops zu Schau­spiel, Regie, Improvisation, Körperarbeit, Puppenspiel, Sprechen und Sprache der Komik statt. An den Wochenenden wird erstmals auch ein Theaterwork­shop für Kinder angeboten.

Wer ist 2020 bei HIN & WEG dabei?

HIN & WEG lebt von der starken Wechselwirkung zwischen erfahrenen Theatermenschen und jungem, tatendurstigen Nachwuchs. So sind Künstler*innen wie Christoph Braendle, Doris Hin­dinger, Cornelia Köndgen, Markus Kupferblum, Hannes Löschel, Tamara Metelka, Ernst Molden, Barbara Neu, Nicholas Ofczarek, Klaus Pohl, Johanna Orsini-Rosenberg, Chris Pichler, Julian Schutting, Christa und Kurt Schwertsik, Paul Skrepek, Katharina Stemberger, Bernhard Studlar, Theresia Walser, Martin Zrost u. v. a. zu Gast. Die Zusammenarbeit mit Institutionen wie dem Max Reinhardt-Seminar und der Musik und Kunst Privat­universität der Stadt Wien sorgt für die Präsenz zahlreicher junger Festivalgestal­ter* innen. Talente wie die schon mehrfach in Erscheinung getretene Karin Joku Jochum und Marius Zernatto oder junge Absolvent*innen der Schauspielschulen, wie etwa Anna Marboe, Felix Kammerer oder Anton Widauer, bekommen eine Plattform. Der niederösterreichi­schen Autorin Magda Woitzuck ist die Hörspiel­reihe in Zusammenarbeit mit Ö1 gewidmet.

Wo wird gespielt:

Neben dem Herrenseetheater und dem BrauhausStadl sind diverse, für das Festival zur Bühne adaptierte Räume (Kulturbahn­hof, Altes Kaufhaus, Eschelmüller-Zimmerei, Alte Strickereifabrik u. a.), Naturbühnen am Herrensee sowie diverse, passend zu den Lesungen und für die Hörspiele ausgewählte „Unorte“ in der Stadt Schauplätze des Festivals. Erstmals wird heuer auch in einem Bus, im Zug und auf einem Schiff gespielt.

Das Programm 2020 in Kurzfassung:

Gastspiele kommen aus Deutsch­land, der Schweiz und Österreich. Eröffnet wird am 8. 8. mit „The Deadpan Dynamites – The Art of the Gag“ von Toxic Dreams und WTKB, einem verzweifelten Versuch zweier alternder Herren, komisch zu sein (in englischer Sprache). Highlight des 2. Wochenendes verspricht das Luzerner Theater (im Vorjahr mit ihrem „Biedermann“ bei Litschauer Familien DER Renner bei HIN & WEG) mit dem als „Gansterperformance“ titulierten Action-Theater „Die Unscheinbaren“ von Franz von Strolchen in einer als „Gangsterhöhle“ adaptierten Fertigungshalle zu werden. Theater Café Fuerte aus Vorarlberg, Theater an Board Hamburg und das Gaststubentheater Gößnitz (Stm.) sind erstmals in Litschau zu Gast. Uraufführungen tragen Thyl Hanscho und Ensemble distrACT bei. Erstmals gibt es bei HIN & WEG auch Vorstellungen für junges Publikum von der Wiener Schnitzlerei von Margit Mezgolich und den „Waldspielen“ (beide Projekte ab 6 Jahren).

Szenische Lesungen von meistens noch nicht uraufgeführten Theaterstücken führen das Pub­li­­kum an die unterschiedlichsten Orte der Stadt. Präsentiert wer­den Stücke von Mike Bartlett, Raoul Biltgen, Tristan Choisel, Teresa Dopler, Tobias Fend, Isa Hochgerner, Daniel Kehlmann, Martin Kroissen­brunner, Christian Lollike, Arthur Schopenhauer (in einer Theater­fassung von Rune David Grue), Julian Schutting, Alexander Smirzitz, Ernst Waldbrunn und Lida Winiewicz, Theresia Walser und Christian Wink­ler. Barbara Kadletz und Ursula Knoll zeigen ihre HIN & WEG Auftragsarbeit „Falten im Anthopozän“ im Zug.
Autor*innen-Lesungen tragen Alexandra Koch, Karin Joku Jochum, Martin Kroissen­brunner, Stephan Lack, Jaroslav Rudiš, Theresia Walser und Magda Woitzuck bei.
Zu Küchenlesungen laden Susanne Altschul, Doris Hindinger, Karin Joku Jochum, Cornelia Köndgen, Klaus Pohl, Tamara Metelka, Nicholas Ofczarek, Johanna Orsini-Rosenberg, Chris Pichler, Katharina Stemberger und Bernhard Studlar.
Die Ö1-Hörspiele-Reihe widmet sich heuer ausschließlich Arbeiten der niederösterreichischen Autorin Magda Woitzuck.
Bei den von Ernst Molden kuratierten Singer-Songwriter-Konzerten sind heuer Kahlenberg, Julia Costa & Martin Bayer, Natalie Ofenböck, Das schottische Prinzip, Felix Kramer und Molden Stirner Allstars Group zu Gast.
Sonderprojekte beinhalten das Projekt „Waldspiele“, Lenz Mosbachers „Under the Broken Moon“, die Voraufführungen von „STALLTÄNZE – Ein Konzert in acht Bildern“ der Mostviertlerin Barbara Neu sowie den Hörspaziergang „Menschen im Wald“ von Hans-Christian Hasselmann.
Der Dramatiker*innen-Workshop Drama Litschau unter Leitung von Christoph Braendle fördert Theater- Autor*innen im Alter von 17 bis 24 Jahren.
Bei den Matineen „Fellingers Früh.Stück“ lädt der Ö1-Moderator Bernhard Fellinger zu Gesprächen mit namhaften Gästen ein. Am 8. August kommt der Ö1-Klassiktreffpunkt mit Helmut Jasbar live aus dem Herrenseetheater.
Morgendliche Yoga-Sessions am Ufer des Herrensees, die von Katharina Stemberger moderierten Diskurse in der Teelöffel-Lounge und die Feuergespräche am Ende des Tages am heimeligen Feuerkorb runden das Programm ab.
Künstler*in Residence sind 2020 Alexandra Koch (Autorin, Sbg), Karl Stirner (Musik), Felix Huber (Ausstattung), Constan­tin Widauer (Fotografie), sowie Felix Hafner, Thyl Hanscho, Hans-Peter Kellner, Markus Kupferblum, Mar­git Mezgolich, Thomas Richter, Tobias Schilling, Maria Sendlhofer, Frederike Wartenberg, Christian Winkler (alle Regie).

Die Zusammenarbeit mit Institutionen wie dem Max Reinhardt-Seminar und der Musik und Kunst Privatuni­versität der Stadt Wien bringt zudem viele junge Künstlerinnen und Künstler nach Litschau.

Kurzinfos:

Veranstaltungsort: Theaterfestival HIN & WEG: 7. – 16. August 2020, in 3874 Litschau, Niederösterreich, an verschiedenen Spielorten in der Stadt sowie im Herrenseetheater im Strandbad (Strandbadgasse 19 / 3874 Litschau) und im Theater Brauhaus im Ortsteil Hörmans

Infos: www.hinundweg.jetzt     T: +43 (0) 720 407704
Tickets für 7.-9. und 14.-16. August 2020:

Coronabedingt gibt es heuer keine Tagespässe, sondern jede Veranstaltung muss gesondert gebucht werden. Tickets von € 5,- bis € 28- (je nach Veranstaltung): http://www.hinundweg.jetzt/online-bestellen/ 

Bereits im Vorfeld gebuchte Festivalpässe sind nicht gültig und werden refundiert.
Aufgrund der großen Nachfrage sollten Interessierte Karten im Vorverkauf buchen.
Während des Festivals erfolgt der Kartenverkauf im Festivalzentrum beim Herrenseetheater im Strandbad.

Informationen-Fotos: Beate Scholz, Tel.: +43 (0) 1 310 60 42, +43 (0) 699 190 383 92 scholz@content-event.at   ,  www.content-event.at