Gmünd: Die Umbauarbeiten für das „Haus der Gmünder Zeitgeschichte“ in der ehemaligen Auskunftsstelle des Gmünder Flüchtlingslagers haben begonnen.

Bis zum Frühjahr soll darin ein Ort entstehen, der die bewegte Geschichte Gmünds und České Velenices widerspiegelt.

Rund 200.000 Euro werden mit Unterstützung von LEADER-Fördermitteln in den kommenden Monaten in die Umgestaltung der Räumlichkeiten investiert. Die inhaltliche Aufbereitung der Dauerausstellung wird über den Kleinprojektefonds der Europäischen Union mitfinanziert.

Bürgermeisterin Helga Rosenmayer: „Es freut mich sehr, dass die einzigartige Geschichte des 20. Jahrhunderts unserer Stadt in diesem besonderen Gebäude ihren Platz finden wird.“

Im Bild von links: Vertreter der Städte České Velenice und Gmünd vor dem künftigen „Haus der Gmünder Zeitgeschichte“ mit einem Plan des ehemaligen Flüchtlingslagers. Die Autoren und Stadthistoriker Manfred Dacho und Franz Drach, Bürgermeister Jaromír Slíva, Projektleiter und Stadthistoriker Harald Winkler, Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Vizebürgermeister Hubert Hauer, Stadtrat Alexander Berger und Jaromír Koc. Foto: Stadtgemeinde Gmünd

Auf rund 100 m² sollen dabei in diesem historischen Gebäude Einblicke in die bewegenden Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Gmünd geboten werden. Ein Hauptaugenmerk wird dabei auf die Geschichte des Gmünder Flüchtlingslagers, eines der größten Lager in der damaligen Österreich-Ungarischen Monarchie, sowie die Entwicklung der Grenze und der Region am „Eisernen Vorhang“ liegen.

Neben vielen Ausstellungsstücken wird dabei ein Blick auf das Leben der Menschen im 20. Jahrhundert geworfen, Umbrüche, aber auch Aufbrüche nachgezeichnet, und auch dem Gedenken an über 30.000 verstorbene Flüchtlinge Raum geboten.

Multimedia-Stationen zeigen neben historischen Filmdokumenten auch Ausschnitte aus der 2016 ausgestrahlten Universum-History-Dokumentation über die Stadt Gmünd. Bei der Gestaltung der Ausstellungsfläche wird auch auf interaktive Elemente Rücksicht genommen, für den Besucher soll sich Geschichte als eine Materie „zum Anfassen“ präsentieren.

Dass die Zeitgeschichte Gmünds große nationale Bedeutung hat, beweisen aktuell zum Beispiel auch TV-Dokumentationen und Publikationen rund um das Republiksjubiläum bzw. das Gedenken zum Ende des Ersten Weltkrieges, in welchen auch die Rolle Gmünds thematisiert wurde. Aber auch international ist das Interesse groß: Eine Sonderausstellung zum Ende des Ersten Weltkrieges in Istrien behandelte ausführlich die Geschichte des Gmünder Flüchtlingslagers.

Ab Frühjahr 2019 soll die Dauerausstellung zur Zeitgeschichte der Stadt Gmünd für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Im Bild: In der der ehemaligen „Auskunftsstelle“ des Haupteingangstores des Flüchtlingslagers entsteht bis zum Frühjahr 2019 das „Haus der Gmünder Zeitgeschichte“. Das Flüchtlingslager in Gmünd war im Ersten Weltkrieg eines der größten Lager in der damaligen Österreich-Ungarischen Monarchie. Foto: Stadtarchiv Gmünd

Informationen-Fotos: Stadtgemeinde und Stadtarchiv Gmünd, Harald Winkler, Stadtamtsdirektion, 3950 Gmünd, Schremser Str. 6, www.gmuend.at