Weitra: Die Sonderausstellung „Dampf und Diesel“ auf Schloss Weitra zeigt, wie die Region mit der Errichtung der Waldviertelbahn vor über 100 Jahren den Anschluss an die moderne Welt gefunden hat. In nur 18 Monaten Bauzeit wurde die Strecke von Gmünd nach Groß Gerungs mit Tunnels durch Granit, Errichtung von Viadukten, Bahnhöfen und ca. 45 km Schienenstrecke fertiggestellt.

Am 05.05.2017 eröffnete Landesrat Karl Wilfing die Sonderausstellung „Dampf und Diesel“, Natur- und Kulturgeschichte einer Region. Die große Schau widmet sich der faszinierenden Bahngeschichte der Region und spricht die Besucher mit ausgesuchten Exponaten, beeindruckenden Bildern und einer ungewöhnlicher Gestaltung auf 300m² in den historischen Räumlichkeiten auf Schloss Weitra unmittelbar an. In einer assoziativen Besucherführung durch 6 Räume und 10 verschiedene Themen, werden Interesse und eigene Erinnerungen geweckt. Die Ausstellung ist bis Oktober 2017 geöffnet.

Bei der Eröffnung betont Landesrat Karl Wilfing die eminente Bedeutung, die die Waldviertelbahn im vorigen Jahrhundert für die Menschen und die Wirtschaft in der Region eingenommen hat. In der Gegenwart steht die erfolgreiche touristische Nutzung der Bahn im Mittelpunkt, die den Bestand für die Zukunft sichert.

Der Weitraer Bürgermeister Raimund Fuchs, Helmut Rohrweck (Obmann Kulturverein Schloss Weitra), selbst früher ein Eisenbahner, Johannes Schendl (NÖVOG), wissenschaftlicher Berater der Ausstellung und Autor des eben erschienenen Buchs über die Waldviertelbahn und die beiden Organisatoren und Gestalter Brigitte Temper-Samhaber und Thomas Samhaber (Firma ILD – Agentur für Regionalentwicklung) waren sich einig:

Die Waldviertler Schmalspurbahn ist eine organisatorische, architektonische und technische Meisterleistung der Sonderklasse und stellt eines der faszinierendsten Kapitel der Geschichte des Waldviertels dar. Das Schloss Weitra ist für diese Präsentation ein würdiger Ort. Die Ausstellung wird im kommenden Jahr inhaltlich erweitert und Teile davon als Wanderausstellung in anderen Orten zu sehen sein.

Zu den etwa 500 sorgsam ausgesuchten Exponaten und Fotografien zählen:
· handschriftliche Dokumente zur Gründung der Waldviertelbahn aus dem Stadtarchiv Weitra
· Leihgaben von Sammlern aus der Region (Alfons Payr, Alois Stöger, Albert Hackl, u.a.) zum Alltag des Bahnbetriebs, von dem Signalhorn, dem Mobiltelefon aus 1900, der Signallampe, dem „Komposteur“, (Fahrkartenentwerter, …) Reisekoffer aus der Jahrhundertwende,
· 75 z.T. sehr seltene Modelle von Lokomotiven und Wagen aus 100 Jahren der Waldviertelbahn (Miedler/Dürnitzhofer),
· Originalteile von Diesel- und Dampfloks, Gleisbauten und Weichenanlagen, wie z.B. eine Weichenbirne (NÖVOG) und Schienenstück aus dem Gründungsjahr,
· ein 6 Meter großes maßstabsgetreues Modell von Bahnhöfen, Viadukt und Landschaft um Weitra von Rudolf Brandeis

Mit finanzieller Unterstützung von Bund, Land und Europäische Union (LEADER)

Hintergrundinformation zu den Ausstellungsinhalten:
Die Errichtung der beiden Lokalbahnen von Gmünd nach Litschau bzw. Heidenreichstein – die „Nordstrecke” und von Gmünd nach Groß Gerungs – die „Südstrecke” stellt in vielfacher Weise eine beeindruckende Meisterleistung dar.
Es bedurfte der Vision, der Initiative und dem Einsatz von vielen Menschen, die das Leben in der Region verbessern und das obere Waldviertel an den internationalen Güter- und Personenverkehr anschließen wollten.

Auch war es notwendig sich gemeinsam auf Streckenführungen zu einigen, trotz der naturgemäß unterschiedlichen Interessenlagen von Unternehmen und den einzelnen Gemeinden. Nur so konnte die Politik von der Notwendigkeit des
regionalen Anliegens des Bahnbaues überzeugt werden.

Darüber hinaus musste noch erhebliches Eigenkapital in der Region aufgebracht werden um die Projekte umsetzen zu können. Was aber bis heute wohl am meisten beeindruckt ist die planerische und die bauliche Meisterleistung.

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