Heidenreichstein: Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel startete europaweit einzigartiges Beschäftigungsprojekt in Heidenreichstein. 43 Menschen ohne Job können ihre Begabungen sinnvoll für die Gesellschaft einbringen.

Ein europaweit einzigartiges Beschäftigungsprojekt wurde jetzt von der Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) gestartet.

Der Leiter der Betriebsseelsorge Karl Immervoll erklärt: „Wir haben in unserer Region viele Arbeitslose und Langzeitarbeitslose. Wir wollen ihnen helfen, dass sie aus ihrer Berufung einen Beruf machen. Ganz ohne Druck.“ Dieses von der Betriebsseelsorge initiierte Projekt bietet einen völlig neuen Ansatz und schaut auf gesellschaftliche Notwendigkeiten. Die Dauer ist auf 18 Monate angelegt, in der so manche neue Arbeitsplätze und Projekte entstehen können. Der Ansatz lautet: Welche Talente hat man und was will man damit machen?

43 Personen aller Bildungsschichten nehmen am Projekt teil: Frauen und Männer, Personen aus dem Jahrgang 1954 bis 1993. In den 18 Monaten bekommen die Teilnehmer/innen ein Grundeinkommen sowie Wertschätzung und arbeiten je nach ihren Fähigkeiten und Begabungen.

Karl Immervoll: „Ihnen allen ist der Wille gemeinsam, nicht als Arbeitslose zu gelten, sondern sich sinnvoll in unsere Gesellschaft einzubringen.“ Da ihnen Arbeitsplätze verwehrt seien – manchen von ihnen, weil sie zu alt sind, den Jüngeren, weil sie keine Praxis haben – würden sie sich ab sofort mit Hilfe ihrer Fähigkeiten eigene Möglichkeiten der Arbeit schaffen. Es gebe in Gemeinden, Vereinen und in der Gesellschaft so viel zu tun, wirklich wichtige Tätigkeiten werde oft nicht bezahlt.

Anbei noch Gedanken von den teilnehmenden Personen, vielleicht für Sie auch interessant…

Einige Reaktionen von TeilnehmerInnen:

Wertgeschätzt zu werden, ist wie Urlaub des Herzen bzw. der Seele!

Zeit über mich nachzudenken ohne ständige über den nächsten AMS Termin nachzudenken!

Mit sich selbst zu beschäftigen und über meine Stärken nachdenken zu können ohne Zwang!

In der Gruppe so genommen bzw. anerkannt zu werden wie ich bin!

Wieder in einen Netzwerk zu sein ist super!

Nicht einsam zu sein!

Es gibt Mensch die mir zuhören und meine Situation verstehen!

Wertschätzung zu bekommen und zu spüren!

Freunde und Kollegen zu haben!

Keine Sorgen über das Einkommen in den nächsten 18 Monaten zu machen!

* Was das Begleitungsteam beeindruckt:

Es arbeitet/tut/engagiert sich jeder Teilnehmer

die Offenheit, mit der über Probleme gesprochen wird

Viele noch verborgene Talente wie z. B. Informatik oder Wissen über Pflanzen

* Träume und Phantasien sind unbedingt erlaubt sind.

Ein Tagebuch zu führen ist.

Alle einen Brief an sich selbst schrieben (der zu Projektende wieder ausgehändigt wird)
denn:, Die Erinnerung, wie wir sie oft haben, ist meist falsch, so die Erkenntnis. Man entwickelt sich persönlich weiter und passt da seine Erinnerung an die gemachten Erfahrungen an. So erkennen alle die Veränderung in 18 Monaten.

Dass wir alle, Teilnehmer und Betreuer, durch dieses Grundeinkommensprojekt unglaublich viele neue Erkenntnisse und Schlüsse ziehen können.

Informationen:
Barbara Körner
Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel
Arbeit & Integration
Pertholzer Str. 16
3860 Heidenreichstein
02862/52293 mobil 0676/82 66 88 323
barbara.koerner@bsowv.at
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