Gmünd: Mut und Arbeit wurden belohnt! Voller Erfolg für das cross-border Festival PŘECHODY.

Die Veranstalter hatten sich mit einem gewaltigen Programm von 40 Veranstaltungen in vier Tagen einiges vorgenommen und das unter erschwerten Rahmenbedingungen.

Die Initiatoren Thomas Samhaber und Brigitte Temper-Samhaber – heuer von einem großartigen Team tatkräftig unterstützt – wurden für Ihren Einsatz belohnt. Mehrere Tausend Gäste erlebten bei schönstem Wetter ein kulturelles Feuerwerk. Die Bandbreite reichte dabei von poetischen musikalischen und tänzerischen Performances im Schlosspark, zum beklemmenden Theaterstück über ein Grenzdorf, bis zu zahlreichen Konzerten, von Balkanklängen zu Rockmusik, von Indiepop zu Klassik.

Schon die Eröffnung des Festivals war etwas Besonderes: Gabi Stattler und ihre cross-over Band „On the fleek“ auf einer Bühne, die geteilt nebeneinander in beiden Ländern stand, das Publikum links und rechts der Grenze erlebte ohne notwendigen Grenzübertritt doch gemeinsam ein Fest. Die Danksagung bei den Unterstützern und Sponsoren geschah ebenfalls originell mit dem Hochhalten von Tafeln, statt vieler Worte.

Landesrat Martin Eichtinger eröffnete, die Bürgermeister/in der beiden Austragungsstädte Helga Rosenmayer (Gmünd) und Jaromír Slíva (České Velenice) und weitere Ehrengäste beteiligten sich an der Kunstinstallation von Brigitte Temper-Samhaber und führten mit überdimensionalen Nähnadeln eine Wundversorgung der beiden angrenzenden Länder durch: „Wunden sollen verheilt, Risse in der Gesellschaft wieder geschlossen, die beiden getrennten Regionen wieder stärker verbunden werden“ so die Künstlerin.

Am Donnerstag berührte die ungarischsprachige Theatergruppe aus der Ukraine mit dem skurrilen Theaterstück „Zoltán wird wieder beerdigt“ über ein tatsächlich existierenden Grenzdorf die Zuschauer. „Brot und Sterne“ mit Mathias Loibner, Franz Hautzinger und Peter Rosmanith, der Wurzeln in Gmünd hat, passten perfekt in den mit Licht inszenierten Schlosspark Gmünd.

Auf höchstem Niveau fand am Freitag das internationale Symposium zur Begegnung von Franz Kafka und Milena Jesenská in Gmünd statt, das im Rahmen des EU geförderten Projektes „Mikrokosmos“ durchgeführt wurde und bei dem auch der Schriftsteller Robert Menasse zur Bedeutung von Franz Kafka sprach.

Zum anschließend klein angedachten Spaziergang durch České Velenice mit Jiri Österreicher und Harald Winkler kamen rund 100 Personen, die mit einem unplugged Konzert von eXtracello in der akustisch hervorragend geeigneten historischen Bahnhofshalle belohnt wurden. Die Enthüllung eines – noch provisorischen – Denkmals brachte eine Parkbank mit den Namen „Franz“ und „Milena“ zum Vorschein, die Anwesende gleich für ein Partnerselfie nutzen konnten.

Musik aus aller Herren/Frauen Länder gab es Freitag und Samstag und wurde vom Publikum mit großer Begeisterung und viel Applaus bedacht, wie die „4-Jans“ aus Südböhmen, das „TAM TAM Orchester“ mit Samba aus Prag und Pavel Shalman & Boki Radenkovic mit Balkansound aus Wien. Die Indieband „Color The Night“ aus Berlin mit Waldviertler Wurzeln brachte das Publikum zum Tanzen.
Aber auch die kleineren Aktionen fanden begeisterte Zuschauerinnen, wie die Improvisationskünstlerin Karen Schlimp, die ihren Flügel in einer Baumkrone bespielte, Hati Grubeck mit seiner Lesung unter der Plantane, die Tanzperformance von JUWIE aus Dresden, der Gruppe „Stage“, das eindrucksvolle Text-Tanz Duo „Kafka tanzt“ oder die Kindertheateraufführungen, die auch Erwachsenen begeisterten.

Ein ganz stimmiges und hochklassiges musikalisches Erlebnis war die Matinee mit dem jungen Duo „Sinfonia De Carnaval“ im Palmenhaus. Nach vier Tagen Festival und fand der „Lagerfeuermann“ immer noch ein frisches Publikum vor, das begeistert die alten Hits mitgesungen hat.

Ein außergewöhnliches Festival, dem es gelungen ist, mit einem sorgfältigen COVID Konzept von Georg Libowitzky mit umfassenden Testangeboten und einer großen Teamleistung vier Tage lang den Menschen einen alle Grenzen überschreitenden Kulturgenuss zu bieten und das mit einem Traumwetter belohnt wurde.

Damit die Wartezeit den PRECHODY Fans bis zum nächsten Festival 2023 nicht zu lang wird, ist für das nächste Jahr (Fr. 17. Juni 2022) ein Konzert der BEATLES Tribute Band in Gmünd geplant.
www.prechody.eu