Weitra: Miteinander verwoben – visionen für eine zukunftstaugliche Textilproduktion im Waldviertel und Südböhmen.

Vieles verbindet die beiden Grenzregionen Österreichs und Tschechiens. An einem Thema lässt sich diese gemeinsame Geschichte besonders gut nachzeichnen.

Es ist die gemeinsame Geschichte der Textilerzeugung. Von der Hausproduktion zur Manufaktur, von dem Aufstieg der Textilindustrie bis hin zum Erlangen von Weltgeltung und schließlich vom Niedergang und Rückzug auf wenige Nischenprodukte, sowie auf den Bereich Kunst und Design.

Die Textilregionen Waldviertel, Südböhmen, Oberösterreich sind mit ihrer Geschichte aber nicht allein. Sie spiegeln die europäische Geschichte wider. Durch Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer gingen zum Beispiel in unserem Nachbarland Deutschland seit 1980 rund 450.000 Arbeitsplätze verloren. Nur noch 5 % aller in Deutschland verkauften Textilien werden noch dort hergestellt.

Dass die Textilerzeugung in Europa aber dennoch Zukunft hat und sich in den letzten Jahren eine stärkere Nachfrage nach fair produzierter Kleidung sowie neue Techniken und völlig neue Einsatzmöglichkeiten entwickelt haben, das wird ein vom Museum Alte Textilfabrik organsierter Textilkongress am 20. September in Weitra zeigen.

Mit dem Kongress soll ein länderübergreifender Dialog angeregt werden, der über die Vergangenheit hinausreicht und den Blick auch auf visionäre Möglichkeiten freigeben soll. Im Rahmen von Vorträgen werden innovative, produzierende Textilbetriebe aus beiden Regionen vorgestellt. Darüber hinaus wird die europäische Dimension der Textilproduktion beleuchtet und in einer Podiumsdiskussion wird über Zukunftsvisionen der Branche diskutiert. Anschließend besteht die Möglichkeit, einer Führung durch das Museum „Alte Textilfabrik“ zu folgen.

Die Konferenz findet am 20. September 2019, ab 10 Uhr, im Rathaussaal Weitra statt. Der Eintritt ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten: muellner@blond-communication.at 


Abb1: Im Bild: Jaquard Webstuhl. Die Erfindung des französischen Seidenwebers Joseph-Marie Jacquard im Jahre 1805 revolutionierte die Webtechnik. Mittels Lochkarten (Abb 2) können die Kettfäden der Webstühle einzeln gesteuert und damit komplizierte Muster gewebt werden.

Abb3: Im Bild: Die Heimweberei stellte immer eine wichtige Ergänzung zur industriellen Fertigung dar. Sogenannte „Verle-ger“ versorgten die Weber mit Rohmaterial und holten die fertige Ware ab, die dann im großen Stil vermarktet wurde.

Abb4: Im Bild: Ansicht der ehemaligen „Hacklfabrik“. Von den zahlreichen Produktionsgebäuden ist heute nur noch ein großes, langgetrecktes Gebäude erhalten, in dem das Textilmuseum untergebracht ist.

Fotos 1 u 2: © Museum Alte Textilfabrik
Fotos 2 u 3: © Familienarchiv Hackl

Informationen-Fotos: Bild 1+2: Museum Alte Textilfabrik, Bild 2+3: Familienarchiv Hackl, blond. communication GmbH, Mag. Rhea Müllner, Tel: 0660 76 74 102, muellner@blond FotosF.communication.at , Web: www.textilstrasse.at