Fuglau: Bei der am Freitag beginnenden Rallye W4 werden sechs Meister des Jahres 2019 gesucht. Prominente Fans von Franz Wittmann bis Jörg Pattermann wollen der dramatischen Titeljagd direkt vor Ort beiwohnen

Das kommende Wochenende steht speziell im Waldviertel, insbesondere aber auch im Rest des motorsport-affinen Teils Österreichs ganz im Zeichen der Rallye W4. Tausende Zuschauer werden erwartet, wenn beim Staatsmeisterschafts-Finale im Raum Horn die besten heimischen Rallye-Piloten ihre Meister suchen.

Unter der Heerschar der Fans in den Zuschauerzonen darf sich Rallye-W4-Organisator Christian Schuberth-Mrlik besonders über ein prominentes Zuschauer-Quartett freuen. Jörg Pattermann hat sein Kommen angekündigt. Und der mit sechs Staatsmeistertiteln zu Recht als österreichische Copiloten-Ikone bezeichnete Salzburger bringt noch drei klingende Namen mit. „Ich komme am Freitagvormittag mit Sigi Schwarz, Franz Wittmann und Filmemacher Helmut Deiml zur Rallye W4und freue mich total auf diesen Ausflug“, sagt Pattermann, der morgen, Donnerstag, seinen 68. Geburtstag feiert. Mit dem Waldviertel verbindet ihn ein einschneidendes Erlebnis in seiner erfolgreichen Karriere, die u. a. auch den WM-Lauf-Sieg mit Franz Wittmann 1987 in Neuseeland beinhaltet.

Jörg Pattermann: „Ich bin im Waldviertel im Jahr 1974 mit Sepp Haider meine erste Rallye gefahren. Damals hat es auch die Prüfungen Manhartsberg und Kronsegg – Gföhl auch schon gegeben, wenngleich deren Verlauf damals anders war. Ich bin schon neugierig, wie diese Prüfungen heute ausschauen. Und auch auf den Ausgang der Rallye-Staatsmeisterschaft bin ich sehr gespannt. Es sind ja, soviel ich mitbekommen habe, noch in sechs Kategorien die Meister offen. Das garantiert, dass die Rallye W4 ein Top-Finale und sicherlich hochspannend wird.“

Jörg Pattermann hat sich offensichtlich gut informiert. Hier noch einmal die sechs offenen Entscheidungen im Überblick:
ORM
Elf R5-Boliden sind es, die bei der Rallye-W4-Premiere als Staatsmeisterschaftslauf in der stärksten Klasse 2 an den Start gehen werden. Dass das Hauptaugenmerk der Fans in erster Linie auf den Startnummern 1 und 2 liegen wird, liegt in der Natur der Sache. Julian Wagner (Skoda Fabia R5) und Hermann Neubauer (Ford Fiesta R5) kämpfen im direkten Duell um den Titel. Zur kurzen Erklärung: Wagner liegt zwar in der Bruttowertung der Tabelle noch um acht Punkte vor Neubauer, zieht man aber das vorgeschriebene Streichresultat am Ende heran, muss der Oberösterreicher momentan 20 Punkte (18 für einen zweiten Platz und dazu laut AMF auch noch zwei erkämpfte Powerstage-Zusatzpunkte) hergeben, während der Salzburger seinen Nuller vom Ausfall bei der Jännerrallye ins Spiel bringen kann und dadurch eigentlich mit 12 Punkten vor Wagner ins Saisonfinale geht!

ORM-2WD
Ein Duell um den Staatsmeistertitel gibt es auch in der ORM-2WD. Hier kämpfen der Steirer Enrico Windisch im Citroen C2 R2 Max und der Niederösterreicher Alois Handler im Peugeot 207 R3T um die begehrte Trophäe. Für beide wäre es der erste Meistertitel in ihrer Karriere. Windisch hat momentan 16 Punkte Vorsprung, hat aber wie Julian Wagner bei den Allradlern noch ein Streichresultat von im Moment mindestens 9 Zählern vor sich.

ORM Junior
Zwar liegt der Ungar Martin Laszlo (Peugeot 208) im Meisterrennen in Führung, doch der ist diesmal nicht am Start, sodass der Steirer Martin Ritt (Volvo 740), der momentan nur drei Zähler Rückstand aufweist, als großer Titelkandidat 2019 gilt.
Österreichischer Rallye Cup der AMF
Auf einen oberösterreichischen Zweikampf können sich die Waldviertler Fans auch im Österreichischen Rallye Cup der AMF freuen. Robert Zitta (Subaru Impreza WRX) liegt mit 21 Punkten Vorsprung zwar klar auf Titelkurs. Passieren darf ihm aber nichts, denn sein Verfolger, der Mühlviertler Michael Lengauer (ebenfalls Subaru Impreza WRX) lauert auf seine Chance.

Österreichischer Rallye Cup 2000
Auch im Rallye Cup 2000 geht es noch heiß zu. Steiermark gegen Niederösterreich oder in Namen Martin Pucher gegen Alfred Leitner heißt hier der Kampf um den Titel 2019. Sieben Zähler trennen die beiden Kontrahenten. Als Streichresultat können beide auf Nullnummern verweisen, also fällt die Entscheidung ohne Rechenstift. Fix ist nur eines. Gewinnt z. B. Leitner vor Pucher, können die Powerstage-Punkte entscheiden.

Historische Rallye-Staatsmeisterschaft
Dramatik pur verspricht die Ausgangslage in der Historischen Rallye-Staatsmeisterschaft. Mit zwei Siegen in den letzten beiden Rallyes (Weiz und NÖ) hat sich der Salzburger Hans-Georg Lindner im Ford Escort RS2000 in Führung gesetzt. Nur einen Punkt hinter ihm lauert jedoch der Vorarlberger Richard Ronay im Ford Escort RS1800 auf seine Chance. Er hat heuer noch nicht gewonnen. Und lediglich einen weiteren Punkt hinter den beiden Österreichern macht der Ungar Attila Mesziati (Lada) Druck. Auch er hat wie Lindner heuer schon zwei Rallyes (Rebenland und Lavattal) auf Platz eins beendet.

Historischer Rallye Cup
Ganz klar entschieden ist bereits der Historische Rallye Cup 2019. Der steirische BMW-Pilot Mathias Haas konnte sich bereits nach der NÖ-Rallye als Gewinner der Gesamtwertung feiern lassen. Umso schöner, dass er im Waldviertel noch ein Gastspiel gibt, um sich auch dort den verdienten Applaus für eine rundum gelungene Saison abzuholen.

Weitere Informationen findet man unter www.rallyew4.at

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Fotos: Dominik Kusel und Illmer