Horn: Oliver Fries und Lisa-Maria Gerstenbauer geben einen Einblick in den so genannten Haidlkeller in Thaya. Diese Anlage bildet ein zusammenhängendes System aus gewölbten Gängen und Röhren sowie in den anstehenden Felsen getriebene Stollen auf unterschiedlichen Ebenen, die zum Teil mit Wasser geflutet sind. Bei der bauhistorischen Untersuchung stellte sich heraus, dass die Anlage aus zwei ursprünglich von einander getrennten Systemen bestand. Eine Tankzisterne mit Entnahmeschacht und ein Hauskeller des Gasthauses wurden erst später miteinander verbunden. Heute ist der Haidlkeller für die Öffentlichkeit zugänglich und kann bei einer kleinen Bootsfahrt erkundet werden.

„Kehrbach einst und jetzt“, lautet der Titel des Beitrages von Martin A. Prinz. Er blickt auf die Geschichte des Dorfes und der Kulturlandschaft in der Katastralgemeinde Kehrbach der Marktgemeinde Langschlag. 1331 erscheint erstmals ein „Burgstall zu Cherpach“. 1348, also 17 Jahre später, wird von einem „Grafen Georg von Kherpach“ und einer Burg desselben Namens gesprochen. Im 16. Jahrhundert ist die Burg jedoch bereits verödet. Prinz zeigt am Beispiel dieser Katastralgemeinde, dass der globale Wandel auch vor der Landschaft Kehrbachs nicht halt macht und maßgeblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Kulturlandschaft haben wird.

Zu Reformation und Gegenreformation in der Herrschaft Litschau schreibt Stefan René Buzanich. Die Pfarre Litschau wurde im Laufe des 16. Jahrhunderts protestantisch. 1617 setzen die Maßnahmen der Gegenreformation ein. Buzanich widmet sich auch der Bedeutung der Arme-Seelen-Bruderschaft, die er als wichtigstes – wenn auch zeitlich verspätetes – Instrument der Gegenreformation ansieht. Der Schwerpunkt dieser Bruderschaft lag auf dem Totengedenken..

Gerhard Tribl stellt das Zwettler Orgelprojekt während der Regentschaft von Abt Melchior von Zaunagg im 18. Jahrhundert vor. Hierfür wurde die süddeutsch-österreichische Orgelbauerdynastie Egedacher ausgewählt, die sich im Dom zu St. Pölten oder in der Stadtpfarrkirche zu Krems im Orgelbau bestens bewährt hatte. Wie sich die Zusammenarbeit mit dem Orgelbauer Johann Ignaz Egedacher gestaltet hat, zeigt der Autor in seinem Beitrag.

Mit der Geschichte von Oberbrühl bei Weitra beschäftigt sich Albert E. Hackl. Das Wort „Brühl“ bezeichnet im Mittelhochdeutschen eine feuchte Niederung, eine Sumpfwiese. Die ältesten Ansiedlungen gehen in das 13. Jahrhundert zurück. Im 15. Jahrhundert können Mühlen als Produktionsstätten nachgewiesen werden. 1696 nahm eine umgebaute Hammerschmiede den Betrieb als Papiermühle auf. Im 19. Jahrhundert folgte die Gründung der Textilfabrik unter Heinrich Hackl. In der Nachkriegszeit wurde das Areal als Webereibetrieb genutzt, später gab es eine Schafszucht und schließlich kam es zur Gründung des Museums.

Waldviertler Kulturberichte, Buchbesprechungen ergänzen das 96 Seiten starke Heft (4/2017). Der gesamte Jahrgang 2017 umfasst somit 504 Seiten (vier Ausgaben). Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Bestellungen sind über www.daswaldviertel.at möglich oder „Das Waldviertel“, 3580 Horn, Postfach 1 (Tel. 02982/3991 ab 15 Uhr, Dr. Rabl) oder E-Mail: e.rabl@aon.at.