Horn: Heft 2 des Jahres 2018 ist Friedrich Polleroß zum 60. Geburtstag gewidmet. Der Waldviertler Heimatbund gratuliert mit den Autorinnen und Autoren dieses Heftes und dankt ihm für sein langjähriges Engagement im Verein.

Exemplarisch für sein Wirken in der Waldviertler Regionalforschung ist der gerade erschienene Band 58 der Schriftenreihe „Jüdische Familien im Waldviertel und ihr Schicksal“ zu nennen.

Einleitend wird Friedrich Polleroß von Richard Edl gewürdigt Am Beispiel von gemeinsamen Reisen stellt er den Kunstsinn des Jubilars in den Vordergrund.

Im ersten inhaltlichen Beitrag widmet sich Walpurga Oppeker dem Freiherrn und Grafen von Windhag, Joachim Enzmillner (1600-1678). Er ließ keine Gelegenheit ungenutzt, sich seinem Rang entsprechend zu repräsentieren und sich auch für die Nachwelt in Szene zu setzen. Nachhaltig in Erinnerung ist er durch Widmung eines großen Teiles seiner Herrschaften zu einer Studienstiftung.

Zur Aussetzung und Anbetung des Allerheiligsten wurden in der Barockzeit sogenannte Heilige Gräber kunstvoll und repräsentativ gestaltet. Matthias J. Pernerstorfer beschreibt ein solches, das Heilige Grab der Pfarre Mödring. Dieses bewertet er als einzigartiges historisches Dokument und wünscht eine baldige Restaurierung.

Gerhard Dafert analysiert die Geschichte des Kinos in Eggenburg. Die ersten Filmvorführungen dürften nach 1900 von wanderden Kinotheaterunternehmern am Hauptplatz in Zelten oder im Hotel „Zum Goldenen Löwen“ vorgenommen worden sein. Noch unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg konnte im Hotel Bradna ein Hauskino eröffnet werden. Auch andere Personen bewarben sich um Kinolizenzen, darunter auch Josef Winkler, der mit dem Architekten Clemens Holzmeister ein Bauprojekt durchführte.

Kunstsammlungen sind wie Schlösser unerlässliche Bestandteile adeliger Repräsentation. Hanns Haas zeigt am Beispiel des Hofkammerrates Vinzenz von Muschinger, wie man auch in Form von Kunstsammlungen eine standesgemäße Selbstdarstellung im 16. Jahrhundert aufbauen konnte.

Oliver Fries gewährt Einblicke in die mittelalterliche Baugeschichte der Pfarrkirche in Strögen, die den Heiligen Peter und Paul geweiht ist. Die romanische, dreischiffige Basilika wurde durch die Hussiten zerstört und die Wiederherstellung der Kirche zog sich noch Jahre hin.

„Herrschaft in der Weltgeschichte und in der Heilsgeschichte“, so nennt Elga Lanc ihren Beitrag über die malerische Ausgestaltung des Turmzimmers in der Kremser Gozzoburg.

Waldviertler Kulturberichte ergänzen das 170 Seiten starke Heft (2/2018). Harald Hitz gratuliert Werner Neuwirth zu seinem 70. Geburtstag und Thomas Winkelbauer würdigt in seiner Laudatio Erich Rabls Verdienste.

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro.

Das Waldviertel 2/2018 – Inhalt:

Richard Edl
Friedrich ist ein ganz Besonderer!

Walpurga Oppeker
In Szene gesetzt
Bildliche Inszenierung der Familie des Joachim Grafen von Windhag (1600-1678)

Matthias J. Pernerstorfer
Vom Heiligen Grab der Pfarre Mödring zum Theatrum Sacrum der Horner Piaristen

Gerhard Dafert
Zur Geschichte des Kinos in Eggenburg
Von den Anfängen bis zum Clemens Holzmeister-Bau

Hanns Haas
„Meine von dreißig Jaren her zusamben gebrachte und dahin [nach Rosenburg] gewidtmeten Mobilien“
Hofkammervizepräsident Vinzenz von Muschinger als Kunstsammler

Oliver Fries
Die mittelalterliche Baugeschichte der Pfarrkirche Hll. Peter und Paul in Strögen

Elga Lanc
Die Weltreiche, eine Königslegende und das ewige Reich
Zur malerischen Ausstattung des 13. Jahrhunderts im Turmzimmer der „Gozzoburg“ in Krems

Kulturberichte

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Mitteilungen des Waldviertler Heimatbundes

Informationen-Foto: Zeitschrift „Das Waldviertel“, Leitung der Redaktion: Dr. Markus Holzweber, A-3921 Langschlag 161, www.daswaldviertel.at