Altenburg:  Auszeichnung mit dem „Österreichischen Museumsgütesiegel“ unterstreicht das vielfältige Besucherangebot des Barockjuwels im Waldviertel.

Vom Frühling bis in den Herbst öffnet das Benediktinerstift Altenburg bei Horn Jahr für Jahr seine barocken Räumlichkeiten für Besucher.

Im Corona-Jahr 2020 startet die Saison mit Verspätung: Ab 3. Juli können Barockliebhaber und entspannte Entdecker in der prachtvollen Stiftskirche, der 50 Meter langen Stiftsbibliothek und der grotesken Krypta wieder die Welt des Barock erkunden. Außerdem locken das architektonisch einzigartig gestaltete „Kloster unter dem Kloster“, das Einblick in die ursprüngliche, mittelalterliche Klosteranlage gewährt, und die weitläufigen Gartenanlagen im und um das Stift. Als Würdigung für die konsequente Museumsarbeit auf höchstem Niveau trägt Stift Altenburg seit kurzem das „Österreichische Museumsgütesiegel“.

Stift Altenburg ist auch als „Trogerstift“ bekannt. Im eindrucksvollen Rundgang entdeckt man die vom berühmten Barockmaler Paul Troger mit herrlichen Fresken ausgestatteten Räume der Stiftskirche, der Bibliothek, des Kaisertraktes und des Marmorsaals. Als Ausflugsziel verbindet das Waldviertler Benediktinerstift den Barock-Schwerpunkt über ein einzigartiges Ausstellungsdesign gekonnt mit dem Mittelalter: Erst vor einigen Jahren wurden die Grundmauern der früheren, mittelalterlichen Klosteranlage freigelegt und im Rahmen einer preisgekrönten Architektur von Jabornegg & Pálffy erlebbar gemacht. Geschichte, Gegenwart und Zukunft verbinden sich in diesem „Kloster unter dem Kloster“ auf außergewöhnliche Weise.

In Folge der COVID-19-Pandemie startet die Besuchersaison in diesem Jahr erst am 3. Juli. Bis 26. Oktober kann das Stift täglich zwischen 10 und 17 Uhr besichtigt werden. „Selbstverständlich nehmen wir die Schutzmaßnahmen ernst und bitten unsere Gäste daher im Stiftsareal einen Meter Abstand einzuhalten und die zur Verfügung gestellten Händedesinfektionsmittel zu benützen.“, betont Abt Thomas Renner OSB, und führt weiter aus: „Aufgrund der Weitläufigkeit des Stiftsgeländes und der zahlreichen Räumlichkeiten, sollte sich der Sicherheitsabstand ohne große Mühe einhalten lassen. Vor allem auch unsere vielfältigen Stiftsgärten mit ihren unterschiedlichen Themen und Ausrichtungen können im Sommer völlig entspannt und nach eigenem Tempo erkundet werden. Naturnahe Entdecker verbringen mitunter einen ganzen Tag beim Rundgang durch die Gärten.“

Stift Altenburg als Gartenparadies
Die botanisch sehr vielseitig ausgerichtete Gartenlandschaft im und um das Stift Altenburg ist insbesondere im Sommer eine Sehenswürdigkeit für sich. Die Schönheiten der Natur lassen sich in diesem 3 ha großen Grünraum ganz individuell erkunden. Die unterschiedlichen Gärten sind jeweils einem theologischen Thema gewidmet und werden nach den Kriterien der Aktion „Natur im Garten“ gepflegt. Der „Garten der Religionen“ etwa spiegelt die Beziehungen der großen Weltreligionen – Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus – zueinander wieder. Ergänzt wird der größte der Altenburger Stiftsgärten durch einen Naturteich mit Kneippweg, einen Spielraum für Kinder, eine naturnahe Blumenwiese und einen Baumkreis.

Barocker Sammelreichtum
Im Zuge von Stiftsführungen oder thematischen Ausstellungen werden auch Exponate der stiftlichen Sammlungen präsentiert. Der Bogen spannt sich von der Gemäldesammlung mit Schwerpunkt 17. und 18. Jahrhundert über die Äbte-Galerie bis hin zur liturgischen Goldschmiedekunst.
In den Barock-Schwerpunkt ordnet sich auch die „Sammlung Arnold“ perfekt ein. Dieser einmalige Kunstschatz hielt als Schenkung des Tiroler Sammler-Ehepaares Arnold 2018 Einzug in Stift Altenburg und stellt mit 300 Werken die wichtigste barocke Gemäldesammlung Österreichs in Privatbesitz dar.
Das Spektrum reicht von intimen Andachtsbildern der barocken Frömmigkeit bis hin zu Entwürfen berühmter Virtuosen zu Altarbildern und Deckenfresken. Zu den vertretenen Künstlern zählen neben Paul Troger und Johann Michael Rottmayr auch Johann Georg Platzer, Matthäus Günther sowie Martin Johann Schmidt, genannt Kremser Schmidt. Über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren hat das Ehepaar aus Innsbruck die eindrucksvollen Gemälde gesammelt. Um das Ergebnis noch zu Lebzeiten langfristig für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, haben die beiden Sammler ihren Kunstschatz Stift Altenburg überlassen, wo eigens für die Sammlung eine neue Galerie geschaffen wurde. 2020 kann diese neue Sehenswürdigkeit Corona bedingt leider voraussichtlich nur unregelmäßig bzw. nach Voranmeldung für Gruppen geöffnet werden.

Auszeichnung mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel
Als Anerkennung für seine kontinuierliche qualitätsvolle Museumsarbeit darf Stift Altenburg in der neuen Besuchersaison erstmals das Österreichische Museumsgütesiegel tragen. Dieses würdigt vorbildliche Museumsarbeit und dient bundesweit als Orientierungshilfe für Besucher. Es wird von den Museumsverbänden ICOM Österreich und Museumsbund Österreich gemeinsam jährlich im Rahmen des Österreichischen Museumstags vergeben. Zuletzt gingen drei der insgesamt 12 neu vergebenen Museumsgütesiegel an niederösterreichische Kultureinrichtungen (neben Stift Altenburg an die „Michelstettner Schule“ und das Museum Alte Textilfabrik in Weitra).

„Wir sind auf die Prämierung mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel sehr stolz. Die Auszeichnung zeigt, dass unsere konsequente, mühevolle Arbeit und unsere Bemühungen, Besucherinnen und Besuchern ein möglichst umfassendes Barock-Erlebnis zu bieten, wertgeschätzt werden.“, so Prior Michael Hüttl.

Im Bild: Prior Michael Hüttl (links) und Abt Thomas Renner OSB (rechts) mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel und der Verleihungsurkunde vor dem Stift Altenburg.

Öffnungszeiten:
3. Juli bis 26. Oktober 2020
täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr

Kontakt: Abt Placidus Much-Straße 1, 3591 Altenburg, Niederösterreich, T: +43 (0)2982-3451, E: info@stift-altenburg.at    , W: www.stift-altenburg.at