Krems: Arbeit für ein selbstbestimmtes und gutes Leben 26.April bis 1.Mai 2021

Ein Jahr Pandemie hat die Arbeitssituation von Frauen dramatisch verschlechtert. In einer Aktionswoche vor dem 1. Mai schlagen die SPÖ-Frauen erneut Alarm. „Frauen in ganz Österreich fordern laut und deutlich ihr Recht auf Arbeit. Die Bundesregierung darf sich nicht länger taub stellen“, so Gemeinderätin Gabriele Mayer aus Krems-Egelsee, die Vorsitzende der SPÖ-Frauen im Bezirk Krems.

Im Mittelpunkt der Aktionswoche unter dem Motto „Arbeit für ein selbstbestimmtes gutes Leben“ stehen die Themen Arbeitszeitverkürzung, Aus- und Weiterbildung, Aufteilung der Hilfsgelder und die Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Themen, auf die neben anderen in Krems bei einer Aktion zum 1. Mai hingewiesen wurde, welche von einer großen Delegation der SPÖ-Frauen und des Kremser Gemeinderatsklubs mit Unterstützung durch die Sozialistische Jugend durchgeführt wurde.

Die Arbeitslosigkeit geht bei Frauen langsamer zurück als bei Männern. Das liegt auch an der Aufgabenverteilung in den Familien. Frauen springen ein, wenn Kindergärten und Schulen schließen. Auch bei der Pflege der Angehörigen sind Frauen deutlich mehr gefordert. Laut einer Umfrage im Auftrag der SPÖ-Frauen sagen 9 von 10 Frauen, dass sie den Hauptteil der Mehrbelastungen tragen.

Branchen, in denen der Frauenanteil hoch ist, wie Tourismus und Handel sind von der Krise besonders getroffen. Eine Perspektive sollen Umschulungen und Aus- und Weiterbildungen bieten. Davon müssen Frauen in Zukunft deutlich mehr als bisher profitieren.

Der Druck in der Arbeit nimmt weiter zu. Das ist eine große Gefahr für die Gesundheit. Der aktuelle Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer zeigt, dass Frauen im Job stärker unter der Pandemie leiden. 54 Prozent der befragten Frauen gaben an, trotz gesundheitlicher Probleme zu arbeiten. Bei Männern lag der Anteil bei 49 Prozent. Bereits in den ersten Monaten der Pandemie hat sich gezeigt, dass Frauen mit Kindern vermehrt gesundheitliche Probleme entwickelt haben.

Die SPÖ will rasch handeln, um Frauen zu stärken:
Arbeitszeitverkürzung

Die Arbeit muss neu und besser verteilt werden. Während Arbeitsplätze verloren gehen, steigt der Druck in vielen Berufen immer mehr. Das ist auch eine Gefahr für die Gesundheit. Die SPÖ schlägt ein Modell vor, das gut umsetzbar ist: Die Arbeitszeit wird um 20 Prozent verringert. Ein Drittel der Kosten wird vom Betrieb übernommen, ein Drittel vom AMS. MitarbeiterInnen, die sich dafür entscheiden bekommen 95 Prozent ihres ursprünglichen Nettogehaltes. Damit werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Frauen und Männer können die Arbeit gerechter teilen.

Arbeitsmarktpaket für Frauen
Der Umstieg in Branchen, in denen Arbeitskräfte gesucht werden, muss erleichtert werden. Die SPÖ fordert einen raschen Ausbau von regionalen Arbeitsstiftungen für Frauen und einen Frauenschwerpunkt bei Umschulungen und Weiterbildungen. Sinnvoll und effektiv sind für die Region maßgeschneiderte und geförderte Ausbildungsplätze. Um junge Frauen beim Berufseinstieg zu unterstützen, soll es in allen Bundesländern Berufszentren geben, die speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren zugeschnitten sind. Die BeraterInnen dieser Zentren sollen Mädchen aktiv kontaktieren, um sie bei der Ausbildung und beim Arbeitseinstieg zu unterstützen.

Corona-Hilfen für Frauen
Frauen sind von der Corona-Krise doppelt und dreifach betroffen. Besonders für Alleinerzieherinnen und ihre Kinder ist die Situation kritisch. Die SPÖ fordert ein Soforthilfepaket für Alleinerziehende, die Umsetzung der längst versprochenen Unterhaltsgarantie, eine aktuelle Kinderkostenanalyse. Bei der Vergabe der Hilfsgelder muss die Regierung endlich für Transparenz sorgen. Mindestens die Hälfte aus der Corona-Arbeitsstiftung und der AMS-Mittel muss Frauen zur Verfügung stehen.

Arbeitslosengeld erhöhen
Auch wenn sich einige Branchen schrittweise erholen, steigt die Zahl die Langzeitarbeitslosigkeit. Die SPÖ fordert seit langem eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent. Das ist dringend notwendig, um Armut zu verhindern. Bei der Erhöhung der Notstandshilfe hat im letzten Moment die Regierung dem Druck der SPÖ nachgegeben und die Frist auf Ende Juni 2021 verlängert. Danach muss die Frist weiter verlängert werden.

Recht auf Arbeit
Frauen brauchen ein Einkommen, von dem sie leben können. Das ist die Voraussetzung für ein unabhängiges Leben, frei von Gewalt.
Wir werden alles dafür tun, damit Frauen nicht weiter aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden.

Foto zur freien Verwendung, v.l.n.r. bei der Straßenaktion zum 1. Mai 2021: GR Alfred Friedl, Günther Thalhammer, StR Günter Herz, StR Prof. Helmut Mayer, SJ-Bezriksvorsitzender GR Mert Öszecgin BA, GRin Hannelore Rohrhofer, StR Werner Stöberl, GRin Elfie Kreitner, GRin Jasmina Brdaninovic, Elfie Mair, SPÖ.-Bezirksfrauenvorstzende GRin Gabriele Mayer. Nicht im Bild, aber ebenfalls bei der Aktion im Einsatz: DSAin Ulli Leidenfrost (SPÖ-Frauen), Robert Munteanu (SJ), GR Mag. Klaus Bergmaier