Krems: Wir freuen uns, dass die Galerie Kultur Mitte bereits zum vierten Mal die Arbeiten des Ausnahmekünstlers Herbert Kirchler präsentieren kann – diesmal 17 Jahre nach seinem frühen Tod.

Damit gibt es erstmals seit 2002 wieder die Gelegenheit zum Kennenlernen seines Schaffens bzw. einer Wiederbegegnung mit den Kunstwerken Herbert Kirchlers! Die NachlassverwalterInnen richten die Einladung auch ganz speziell an ehemalige SchülerInnen Herbert Kirchlers aus dem Piaristengymnasium.

Vernissage: Fr., 8. Nov. 2019, 19 Uhr, Kultur Mitte, Obere Landstraße 8, 1. Stock, 3500 Krems
Begrüßung: Franz Kral
Zum Künstler: Magistrea Ingrid Brandstetter
Musik: Klaus Bergmaier, Jason Boiler, Bernhard Schlichtinger, Alexander Miksch
Videovorführung: Andreas Mayerhofer

Dauer und Öffnunsgzeiten der Ausstellung:
Sa., 9. Nov. – Sa. 23. Nov. 2019
Mo. – Fr.: 10 – 15 Uhr
Sa.: 10 – 12 Uhr

Bei der Vernissage treten Musiker auf, die auch am Sampler-Album „Krems akut“ zu hören waren, zu dem Herbert Kirchler 1987 das Cover gemalt hat.
Bei Interesse an Arbeiten aus dem großen Nachlass des Künstlers bitte kontaktieren Sie 0 676 / 68 55 027

Herbert Kirchler wurde 1950 in St. Pölten geboren, maturierte dort 1968 und studierte anschließend an der Universität Wien und an der Akademie der Bildenden Künste, Abschluss des Lehramtsstudiums als „mag.art“ 1974.

1976 trat er eine Stelle als Kunst- und Werkerzieher am altehrwürdigen Piaristengymnasium in Krems an. Bald beschritt er neue Wege, beschränkte seinen Unterricht nicht auf Zeichensaal und Werkräume, sondern verwirklichte mit seinen Schülern unter dem bezeichnenden Titel „Kremser Kulturbulenz“ innovative multimediale und fächerübergreifende Projekte im öffentlichen Raum.

Auch als Künstler verfolgte er unbeirrt seinen ganz persönlichen Weg, der ihn schon in der frühen Studienzeit immer wieder abseits der Akademie ins Atelier Adolf Frohner führte, den er als geistesverwandt erkannte und zu seinem Lehrer erkor. In Zusammenarbeit mit dem Kupferdrucker Kurt Zein perfektionierte er seine Drucktechniken, insbesondere die von ihm bevorzugte Aquatinta-Radierung, deren malerische Qualitäten er meisterlich zur Geltung brachte.

In der Malerei wandte er vor allem Tempera- und Mischtechniken an, die sowohl Spontaneität wie auch feine Zwischentöne ermöglichen. In etwa zwanzig großen Bilderzyklen setzte er sich vor allem mit der belebten Natur, und hier wieder in erster Linie mit dem Menschen, auseinander: „Akt“ und „Kopf – Maske“ 1985, „Made in Turkey“ 1987, „Schräge Vögel – Bunte Hunde“ und „Schutzengel“ 1988, „Weibsbilder“ 1995, „Namenlos“ 1996, „Some friends“ 2000, „In Memoriam“ 2001.

Mehr als das äußere Erscheinungsbild ist es aber das Verhältnis des Künstlers zum Darge stellten, das er in seiner äußerst subjektiven und bedingungslos ehrlichen Malerei immer wieder ausleuchtet und nie endgültig definiert. Wie das Leben selbst ist dieser innere Kosmos in stetem Wandel begriffen, und so wird man auch in Kirchlers Kunst keine endgültigen, festgefügten Formen und starren Grenzen finden.

Im Bild von links: Musizierten in Gedenken an Herbert Kirchler: Jason Boiler, Klaus Bergmaier, Bernhard Schlichtinger, Alex Miksch, Helmut Steiner

Kirchler: „Meine Bilder sind expressive, leidenschaftliche und oft spontane Zeugnisse meiner jeweiligen Situation“ (1995).
2002 starb Kirchler. Statt sich nach einer schweren Operation entsprechend zu schonen hatte er begonnen, drei verschiedene Ausstellungen vorzubereiten. Kirchlers Werke sind heute in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. In ihrer Frische und Strahlkraft sind und bleiben sie das eindrucksvolle Vermächtnis eines großen Künstlers.

Im Bild: Hadmar Lichtenwallner, September 2019, Foto zur freien Verwendung (c) Herbert Kirchler „Sitzender Akt“

Informationen: Galerie Kultur Mitte Krems, kulturmitte@gmail.com , Obere Landstraße 8, 1. Stock, A-3500 Krems, Tel.: 0 27 32 / 8 24 13 oder 0 676 / 924 96 86