Krems: Neben medikamentösen Therapien werden im Universitätsklinikum Krems auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Schmerzlinderung eingesetzt.

Die „Temperierte Ölkompresse“ des Pflegeteams der Allgemein- und Thoraxchirurgie ist eine solche Methode, die erfolgreich zur Zufriedenheit vieler Patientinnen und Patienten etabliert werden konnte.

Dass bestimmte Pflanzen spezielle Wirkungen zeigen können, ist schon aus früheren Zeiten bekannt. Öle, die schmerzlindernd, beruhigend oder aktivierend wirken, sind heute auch im Klinikalltag im Vormarsch: DGKP Yvonne Kaufmann leitete das Pilotprojekt „Temperierte Ölkompresse“ auf der Klinischen Abteilung für Allgemein- und Thoraxchirurgie und beobachtete die positive Wirkung der ätherischen Öle auf das Schmerzempfinden der Patienten.

„Gerade bei thoraxchirurgischen Patienten kommt es oft zu starken Schmerzzuständen. Diese lassen sich gut durch den zusätzlichen Einsatz nicht-medikamentöser Maßnahmen steuern. Nach meiner Schmerzmanagementausbildung startete ich damit, nach Absprache mit der medizinischen und pflegerischen Leitung, das Pilotprojekt ‚temperierte Ölkompresse‘ als nicht-medikamentöse Schmerztherapie in den Stationsalltag einzuführen“, erklärt Yvonne Kaufmann, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin der Klinischen Abteilung für Allgemein- und Thoraxchirurgie.

Das Projekt wurde im Laufe eines halben Jahres von der Pflege der Abteilung erfolgreich umgesetzt. In vielen Fällen konnte nach Anwendung der temperierten Ölkompresse eine Schmerzmittelreduktion erreicht werden.

„Die Patienten gaben uns viel positives Feedback zur Anwendung. Ich bin sehr froh, diese nicht-medikamentöse Maßnahme zusätzlich einsetzen zu können, um die Patienten in ihrem Schmerzgeschehen zu unterstützen“, freut sich Kaufmann über den Erfolg und bedankt sich bei den Kolleginnen und Kollegen für ihr großes Interesse und Mitwirken.

Nicht-medikamentöse Schmerztherapie wird ergänzend zur üblichen Medikation eingesetzt. Der Fokus liegt neben den therapeutisch, pflegerischen Konzepten auf der Beziehungsebene. Der Patient nimmt dabei eine aktive Rolle ein, die sein Körperbewusstsein in den Mittelpunkt stellt.

Die temperierte Ölkompresse wird in Abstimmung mit der Ärzteschaft angewandt, die – allen voran Abteilungsleiterin Prim. Assoc. Prof. Dr. Elisabeth Stubenberger – das Projekt von Beginn an unterstützte: „Um Komplikationen zu verhindern, Liegezeiten gering zu halten und damit den Genesungsprozess zu fördern, ist es notwendig, Schmerzen so gut wie möglich zu verringern. Die Pflege kann sehr viel zur Schmerzbewältigung beitragen.“

Aufgrund der positiven Ergebnisse aus dem Pilotprojekt wird die temperierte Ölkompresse weiter angewandt und ist nun eine standardisierte Maßnahme zur Schmerzreduktion auf einigen Abteilungen des UK Krems.

Informationen-Foto: Sonja Möseler Bakk.phil, Pressekoordination Direktion, Universitätsklinikum Krems, http://www.krems.lknoe.at

Im Bild: DGKP Yvonne Kaufmann mit Stationsleitung DGKP Ilona Bergmann, Prim. Assoc. Prof. Dr. Elisabeth Stubenberger und Bereichsleitung Elisabeth Groiss, MSc.