Krems: Stadt investiert 4,5 Mio. Euro in Kanal-Erneuerung

Die Sanierung der Ringstraße ab kommendem Jahr stellt das wichtigste Infrastrukturprojekt der nächsten Jahre dar. Das Vorhaben umfasst die Kanalsanierung, die Erneuerung der öffentlichen Beleuchtung und die Straßensanierung samt Neugestaltung der Nebenflächen. Das Vorhaben wird mit einem gut durchdachten Verkehrskonzept begleitet.

„Der Abwasserkanal in der Ringstraße ist die Lebensader der Innenstadt. Die Versorgung des gesamten Stadtzentrums hängt an diesem Kanal“, unterstreicht Bürgermeister Dr. Reinhard Resch den großen Stellenwert des Projekts Ringstraße neu. „Es liegt in unserer Verantwortung, den nächsten Generationen ein gut funktionierendes modernes Infrastrukturnetz zur Verfügung zu stellen. Nur so können die hohe Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft auch in Zukunft sichergestellt werden“, so Resch. Das Bauvorhaben soll im nächsten Jahr starten. Derzeit bemüht sich die städtische Abwasserbeseitigung um die wasserrechtliche Bewilligung für das Vorhaben, das mit insgesamt 4,5 bis 5 Millionen Euro veranschlagt ist.

1,6 Kilometer zwischen Austraße und Franz-Zeller-Platz: Konkret geht es um den 1,6 Kilometer langen Abschnitt der Ringstraße zwischen Austraße und Museumsplatz / Franz-Zeller-Platz. „In diesem Bereich ist der Kanal zwischen 60 und 100 Jahre alt und den Anforderungen eines modernen Abwasserbeseitigungssystems nicht mehr gewachsen“, sagt Bernd Hahslinger, Leiter der städtischen Abwasserbeseitigung. Die Folgen waren zuletzt sichtbar geworden, als etwa nach starken Regenfällen die Fahrbahn unter Wasser gestanden war.

Um die Belastungen durch das große Infrastruktuvorhaben für Anrainer und den innerstädtischen Verkehr möglichst gering zu halten und um eine koordinierte Vorgehensweise sicherzustellen, stimmt die Stadt das Kanalvorhaben mit der Sanierung der Straßenoberfläche und der Gehsteige entlang der Ringstraße ab, einem Projekt der Straßenbauabteilung des Landes NÖ.

Verkehrslösung als größte Herausforderung: Aus technischen Gründen ist das Projekt nur möglich, indem die Ringstraße über die gesamte Fahrbahn aufgegraben wird. Täglich passieren 23.000 bis 24.000 Kraftfahrzeuge (zwischen Utzstraße und Austraße) diese innerstädische Hauptverkehrsader, die Abwicklung des motorisierten Verkehrs während einer mehrjährigen Bauzeit stellt die Planer daher vor eine große Herausforderung. Aus diesem Grund hat die Stadt das Kremser Ziviltechniker-Unternehmen Schneider Consult beauftragt, ein tragfähiges Verkehrskonzept für die einzelnen Bauphasen zu erstellen.

Mehr Stadtbäume nach Fertigstellung: Ein heißes Thema ist auch das Stadtgrün in diesem Bereich, der insgesamt 60 Stadtbäume umfasst. „Stadtbäume haben eine Lebensdauer von durchschnittlich 50 Jahren“, erklärt Resch. „Die Bäume im Baustellenbereich sind zum Großteil 30 bis 40 Jahre alt, sechs Bäume wurden erst vor wenigen Jahren gepflanzt“, geht der Stadtchef auf die Fakten zum Stadtgrün ein. Fast die Hälfte des Bestandes ist laut Gutachen in „keinem guten Zustand“ und müsste in den kommenden Jahren ohnehin erneuert werden.

Mögliche Varianten der Projektabwicklung: Bisher wurden mehrere Varianten geprüft, die eine Bauzeit zwischen 4 und 13 Jahren einkalkulieren. Derzeit scheint folgende Umsetzung realistisch: Die Grünflächen am Straßenrand mit insgesamt 30 Bäumen werden einseitig entfernt. Sie weichen einer provisorischen Baustraße, die in eine Fahrtrichtung geöffnet ist. Die Bauzeit wird mit etwa vier Jahren berechnet. Nach der Fertigstellung des Kanals folgt die Erneuerung der öffentlichen Beleuchtung entlang der Ringstraße (Umstellung auf LED) und die Erneuerung der Straßenfahrbahn (Projekt der Straßenbauabteilung des Landes NÖ). Durch die Neuandordnung der Grünstreifen entsteht Platz für zusätzliche 13 PKW-Stellflächen und für neun zusätzliche Stadtbäume.

In den kommenden Monaten werden noch weitere Varianten untersucht, denn „unser erklärtes Ziel ist es, unseren Bürgerinnen und Bürgern eine moderne Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Wir unternehmen alles, um einen bestmöglichen Kompromiss zwischen einer guten Verkehrslösung und annehmbaren Maßnahmen für die Erhaltung von Grünflächen und Infrastrukturmaßnahmen zu finden“, versichert Resch.

Ringstraße neu – Fakten:
• Geplante Projektzeit: 2020 bis 2023
• Kanalsanierung durch Stadt Krems (1,6 Kilometer Länge zwischen Austraße und Franz-Zeller-Platz, Alter: 60 bis 100 Jahre, geplante Kosten: ca. 4,5 bis 5 Mio. Euro)
• Straßensanierung durch Land NÖ
• Öffentliche Beleuchtung: Umstellung auf LED
• Neugestaltung der Grünstreifen: zusätzlich 13 PKW-Stellflächen, zusätzlich 9 Bäume.

Im Bild: Als „Lebensader der Innenstadt“ bezeichnen Bürgermeister Dr. Reinhard Resch und Bernd Hahslinger (Leiter Abwasserbeseitigung) einen funktionstüchtigen Kanal in der Ringstraße.

Informationen: Ursula Altmann-Uferer, Foto: . © Stadt Krems, Stadt Krems