Herbstrallye: Fünf Reifen für ein Halleluja: Speziell in Sachen Reifen war diesmal bei Hans-Georg Lindner der Low-Budget-Modus angesagt.

Dem Spaß bei der Herbstrallye tat dies keinen Abbruch: Der Dauerbrenner schlechthin unter der historischen Rallyeszene in Österreich präsentierte sich so dynamisch und beherzt wie eh und je. Den dritten Platz in der Kategorie der HRM-Wertung gab es nebenbei auch noch. Ein Resultat, mit dem das Team durchaus zufrieden ist.

Es war eine der heißesten Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern mit historischen Rallyewagen, die Österreichs Rallyesport seit Langem erlebte. So wie an der Spitze der modernen Boliden, ging es auch unter den etwas betagteren Fahrzeugen recht heiß her. Nicht ganz unterwartet, zumal gerade unter den favorisierten Escort-Teams drei Fahrerbesetzungen auf die Reise gingen, die sowohl für ihre Ambitionen als auch ihr Talent bekannt sind. Wobei Hans-Georg Lindner derjenige war, der die Sache am Lockersten nahm: Mit fünf Regenreifen im Talon, hatte er sich gleichsam freiwillig ein Handicap auferlegt. Entsprechend ging es auch auf den früh auftrocknenden Fahrbahnen oftmals quer dahin: Klassische Haltungsnoten eben, wie man sie von den Escort-Rallyehelden seit Anbeginn kennt.

Daß Hans-Georg Lindner immer noch seinen Speed von früher hat, konnte man auf der ersten Prüfung der Herbstrallye des Jahrganges 2021 durchaus erkennen: Trotz einer wankelmütigen Benzinpumpe schaffte er eine drittschnellste Zeit auf Schönfeld – Brunn I, wobei er in Schlagdistanz zu den führenden Escort-Teams Hulak und Schindelegger blieb. Auf der zweiten Prüfung (Lexnitz – Hohenwarth I), mit etwas mehr Bergaufpassagen, mußte er zunächst auch den Mitsubishi-Konkurrenten Helmut Schwab im Klassement den Vortritt lassen. Sodann wurden im Service der Benzinzufuhr erfolgreich die Zicken ausgetrieben.

Bei der darauffolgenden Attacke tat Hans-Georg Lindner jedoch etwas zu viel des Guten und ritt beim zweiten Durchlauf von Schönfeld – Brunn in einen Graben aus. Dabei wurde die Spur verstellt, was im Mittagsservice ebenfalls behoben werden konnte. Auch die Porsche-Attacke des zwischenzeitlich stark aufkommenden Michael Putz führte dazu, daß sich Hans-Georg Lindner und Gina Schütter zwischenzeitlich auf dem fünften Platz innerhalb der HRM-Konkurrenz wiederfanden.

Mit einer nunmehr wieder weitgehend fitten Mechanik, aber nach wie vor mit den selben gebrauchten Regenreifen wie in der Anfangsphase, nahm die Salzburger Escort-Partie schließlich die Nachmittags-Prüfungen in Angriff. So weit das eben mit den abgefahrenen Gummis ging. Das Handicap am Lindner-Escort nützte zwischenzeitlich auch der Klubkollege Kurt Niederreiter, um auf Brunn-Pfaffenschlag II eine drittschnellste HRM-Zeit vor Hans-Georg zu schaffen. Letztendlich aufgrund einer beständig schnellen, wenn auch gewohnt spektakulären Fahrt, und begünstigt durch die Probleme einiger Konkurrenten, durften sich Hans-Georg Lindner und Gina Schütter über den dritten Platz innerhalb der HRM-Teams freuen. Damit sind sie das dritte von drei Escort-Teams, die die Podestränge innerhalb der Kategorie belegten.

Hohen Ansprüchen gerecht wurde auch die Arbeit von Roman Mühlberger und seinem Organisationsteam, die den koordinierten Ablauf auf den bekannt schönen Wertungsprüfungen im Bezirk Waidhofen an der Thaya sicherstellten. Einer tollen Herausforderung für die Sportler und einer perfekten Show für die Besucher stand somit nichts im Wege. Für Hans-Georg Lindner beginnt wie für viele Andere die Winterpause, aber wer ihn kennt, der weiß, daß mit ihm auch in Zukunft zu rechnen sein wird.

Hans-Georg Lindner
Gina Schütter

Ford Escort RS 2000
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