Groß Gerungs: Rettungshunde, Feuerwehr und Polizei gemeinsam zum Erfolg.

Am 28.12.2018 kurz vor Mitternacht wurden die Suchhunde der Landesgruppe NÖ der Östererreichischen Rettungshundebrigade (ÖRHB) und der Rettungshunde Niederösterreich in den Bezirk Zwettl gerufen um einen abgängigen 73-jährigen Mann zu suchen. Zuletzt gesehen wurde der Mann bei einem Gasthaus in der Nähe von Groß Gerungs wo er nach dem Nachhauseweg fragte.

Das daraufhin in Frage kommende sehr große Waldgebiet wurde in Suchgebiete eingeteilt und noch in der Nacht die Suche mit Flächensuchhunden begonnen. Diese durchstöberten großräumig die Ihnen zugewiesene Areale nach menschlichen Geruch. Zeitgleich konnten Mantrailer der Rettungshunde NÖ mit Hilfe eines persönlichen Geruchsartikels die Individualspur des Abgängigen vom Gasthaus weg verfolgen. In sehr unwegsamen Gelände musste aufgrund der Finsternis das verfolgen der Spur abgebrochen werden. Gemeinsam mit einer letzten Handyortung konnte somit das Suchgebiet eingeschränkt werden. Nach einer kurzen Pause wurden in den Morgenstunden die Feuerwehren in diesen Bereich entsandt, um die Suche fortzusetzen.

Um 9.30 Uhr schrillten dann endlich die Funkgeräte mit positiver Nachricht. Der Mann wurde stark unterkühlt im unwegsamen Waldgelände im Zuge einer Kettensuche der örtlichen Feuerwehr gefunden. Er konnte vor Ort von den Sanitätern erstversorgt werden und dann zur weiteren Stabilsierung ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht werden.

Die großangelegte Suche führte durch die gelungene Zusammenarbeit von den Suchhundeorganisationen, Feuerwehr und Polizei zum Erfolg. Durch die ehrenamtliche Einsatzbereitschaft der Rettungshundemitglieder rund um die Uhr konnte die Suche bereits in den Nachtstunden gestartet werden, um damit letztendlich rechtzeitig in den Morgenstunden gemeinsam mit der Feuerwehr zum Erfolg zu führen.

Eine zeitgerechte Alarmierung erhöht die Erfolgsquote bei einer Vermisstensuche deutlich. Mit jeder Stunde verschwinden immer mehr Geruchspartikel entlang der Spur. So wird es für die Hunde immer schwerer dieser Spur zu folgen. Um die Spur auch eindeutig verfolgen zu können, ist es wichtig, dass der Geruchsträger nur den Geruch der vermissten Person beinhaltet. Diese Geruchsträger werden von den Hundeführern selbst aufgenommen, um eine Kontaminierung mit weiteren menschlichen Gerüchen zu verhindern.

An dem Einsatz beteiligt waren: * Österreichische Rettungshundebrigade 23 Personen mit 9 Hunden, * Rettungshunde Niederösterreich 9 Personen mit 6 Hunden, * ÖHU Suchhunde, 5 Personen mit 2 Hunden, * ab den Morgenstunden RK Suchhunde, 7 Personen mit 2 Hunden, * ab dem Morgenstunden Feuerwehr 80 Personen in der Nacht und 60 Personen am Tag. * Hubschrauber Libelle Flir des BM.I, * Ortungswagen mit 2 Personen, * Diensthundeführer mit 1 Helfer, * Polizei, * Rettungswagen des ASB mit 2 Personen und Notarzt.

Was ist Mantrailing: Jeder Mensch „verliert“ ständig Geruchspartikel. Beim Spazieren gehen bildet sich ein richtiger Pfad an Gerüchen eines jeden Menschen. Genau diese Geruchsspur verfolgt ein ausgebildeter Mantrailer. Eingesetzt werden diese Hunde, wenn eine Person abgängig ist. Die Beispiele für eine Abgängigkeit können vielfältig sein: Ein häufiger Einsatzgrund ist die Suche nach dementen Personen, aber auch der Spaziergänger, der sich im Wald eine Verletzung zugezogen hat, das Kind, das vom Spielplatz verschwunden ist, oder die alte Dame, die die Orientierung verloren hat sind Anlässe für die Alarmierung der Mantrailer.

Gemeinsame Wege in der Rettungshundearbeit in NÖ: Gilt eine Person als abgängig, so können schnellstmöglich Rettungshunde angefordert werden. In Niederösterreich arbeiten aus diesem Grund seit über vier Jahren die Österreichische Rettungshundebrigade und die Rettungshunde Niederösterreich gemeinsam, um abgängige Personen rasch nach Ihrem Verschwinden wiederzufinden oder Hinweise über deren Aufenthalt zu geben.

Grund für diese Zusammenarbeit sind unter anderem die perfekte Ergänzung. Die Österreichische Rettungshundebrigade hat die personelle Stärke, die Rettungshunde Niederösterreich hingegen sind Vorreiter in einem Spezialgebiet, dem sogenannten „Mantrailing“. Durch die Zusammenarbeit können die Einsatzkräfte noch rascher am Einsatzort eintreffen. Des Weiteren stehen ausreichend ausgebildete Rettungshunde in den verschiedenen Ausbildungssparten zur Verfügung. Neben den klassischen Flächensuchhunden und Trümmersuchhunden, können nun auch einsatzerfahrene Mantrailer herangezogen werden. Einige der Helfer sind neben ihrer Funktion als Hundeführer, noch als Sanitäter, Arzt oder auch Tierarzt ausgebildet. Des Weiteren wird die Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen, wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst forciert.

Die beiden Organisationen stehen 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr kostenlos für die Bevölkerung bereit, wenn Hilfe benötigt wird.

Nähere Infos unter www.rettungshunde.eu  und www.oerhb.at  .

Informationen-Fotos: Rettungshunde Niederösterreich, Pressesprecher Stefan Tucek, Fotos: Rettungshunde NÖ, www.rettungshunde.eu