Zwettl: Armut und psychische Krisen steigen.

Corona bedingt haben wir in Österreich gerade die höchste Arbeitslosigkeit seit Beginn der Zweiten Republik. Der Beschäftigungsrückgang betrifft dabei in erster Linie frauendominierte Branchen wie Tourismus, Gastronomie und persönliche Dienstleistungen. Vor allem Alleinerziehende sind auf sich allein gestellt.

Frauen haben im letzten Jahr beruflich massiv zurückgesteckt, um die Familie am Laufen zu halten. Laut aktuellen Studien mussten 27 Prozent der Frauen während Corona ihre Arbeitszeit reduzieren, um die Kinderbetreuung zu stemmen.

ÖGB Regionalfrauenvorsitzende Helga Kittenberger: „Stellen sie sich einen Haushalt vor, wo die Frau jetzt Homeoffice machen muss, der Mann in Kurzarbeit ist und Angst hat, ob sein Arbeitsplatz erhalten bleibt, die 2 Kinder keinen Schulunterricht aber Homeschooling haben, aber nur 1 Laptop besitzen.“

ÖGB Regionalsekretär Christian Biegler-Powolny dazu: „Der Alltag wird zum Balanceakt.“

Allgemeine Forderungen:
 JETZT konkrete Entlastungen für Frauen
 Arbeitslosengeld erhöhen
 Kinderbetreuung ausbauen
 Arbeitsbedingungen in systemrelevanten Jobs verbessern
 Konkrete arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Frauen -> bei Arbeitsstiftungen speziell Berücksichtigen (ÖGB-Vorschlag Pflegestiftung)
 Altersarmut verhindern, bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten für die Pension (ÖGB-Modell)
 Besonders junge AN unterstützen und „Lost Generation“ verhindern
 Arbeitszeitverkürzung bei vollem Personal- und Lohnausgleich (35-Stunden-Woche)
 Bessere Bezahlung (Mindestlohn von 1.700 Euro brutto in allen Kollektivverträgen)
 Mehr Personal am Arbeitsplatz

Um diese Forderungen und Probleme mit Frauen zu besprechen wurden vom ÖGB-Regionalfrauenvorstand, Folder und Blumensamen in ihren Betrieben verteilt.