Zwettl: Gerald Rigler feiert bei der dritten Ausgabe der Braustadt-Burg Rallye Zwettl mit sechs von acht möglichen Bestzeiten einen klaren Gesamtsieg und triumphiert auch in der Austrian Rallye Trophy. In der ARC siegt VW-Pilot Christoph Weber, bei den Junioren gewinnt dessen Markenkollege Michael Franz. Den Sieg bei den Historischen feiert Günther Königseder im Lancia Delta Integrale.

Für Gerald Rigler war die Braustadt-Burg Rallye Zwettl eine erfolgreiche, aber auch etwas einsame Erfahrung – so sehr, dass er sich seine „alten“ Gegner Martin Fischerlehner oder Roman Odlizilik zurückwünschte. Der Oberösterreicher, wieder von seinem Stammcopiloten Martin Rossgatterer begleitet, hämmerte in seinem Zellhofer Motorsport Ford Fiesta R5 eine Bestzeit nach der anderen in den festen und zum Teil auch losen Untergrund. Im Ziel auf dem Hauptplatz von Zwettl sagte Rigler: „Es war eine superschöne Veranstaltung – ich glaube, dass wir heute alles richtig gemacht haben und wir sind froh, dass wir im Ziel sind. Und in zwei Wochen geht es schon wieder weiter, da starten wir beim Waldviertel Rallyesprint, Schotter gefällt mir ganz besonders.“ Rigler hat damit neben dem logischen Sieg in der Klasse nicht nur die Austrian Rallye Trophy (ART) für moderne Fahrzeuge gewonnen, sondern auch in der Niederösterreich Rallye Trophy einen Sieg eingefahren.

Für die ungarischen Rallyefans war die Braustadt-Burg Rallye Zwettl wohl etwas verwirrend: Denn zunächst lag der regierende ARC-Champion Dani Fischer in seinem moderneren Subaru Impreza WRX STI auf dem guten zweiten Platz – ihm gelang damit sogar eine SP-Bestzeit. Doch dann verzichtete Fischer auf die Zieldurchfahrt und bog stattdessen in Richtung Servicepark ab um den Wagen aufzuladen. Fischer hätte keine ARC-Punkte erhalten sondern in der ART Platz zwei hinter Rigler belegt – der sympathische Ungar möchte jedoch so bald wie möglich auf seinen alten Subaru CG8 zurückwechseln, in den moderneren Wagen wechselte er deshalb, weil wichtige Bauteile des CG8 noch nicht eingelangt waren.

Weil Fischer aufgab, rückten gleich zwei ungarische Landsleute auf das Podium: Karoly Kocsomba und Csaba Lajoshazi. Beide pilotierten einen Mitsubishi Lancer Evo VII, beide zeigten sich begeistert von den Sonderprüfungen der Braustadt-Burg Rallye Zwettl.

Walter Mayer hat in seinem Peugeot 208 T16 R5 das Podium um winzige acht Zehntelsekunden verpasst und bereute seine vor dem Showdown getroffene Reifenentscheidung: „Ich habe noch überlegt, neue Reifen zu nehmen – das haben wir dann aber doch nicht gemacht und so haben wir es knapp verloren. Unser Speed ist etwas besser als zuletzt, jetzt schauen wir einmal, wie es weitergeht.“

Für Kurt Göttlicher war die Rallye wohl ernüchternd, aber auch ganz besonders lehrreich. Die Umstellung vom historischen Ford Sierra Cosworth auf den modernen Citroen DS3 R5 war noch schwerer als erwartet respektive von Teamchef Manfred Stohl prophezeit wurde. Zudem kämpfte Göttlicher auf der zweiten Nachmittagsprüfung mit einer rutschenden Kupplung und im finalen Durchgang leuchteten auf beiden Prüfungen rote Warnlichter im Cockpit. Göttlicher war sichtlich erleichtert, es ins Ziel geschafft zu haben und erklärte: „Im letzten Durchgang hat alles im Auto rot geleuchtet und Manfred sagte, dass wir, wenn auch nur ein rotes Licht erscheint, wir langsam fahren sollen – also sind wir langsam gefahren, so haben wir pro Sonderprüfung mehr als eine Minute verloren. Aber wir geben Gas, es wird besser – und vor dem Waldviertel Rallyesprint machen wir noch einen Test auf Schotter.“ Letztendlich musste sich Göttlicher mit Platz acht zufrieden geben.

Steven Schierlinger überzeugte mit dem großartigen fünften Gesamtrang in seiner erst dritten Rallye, Markus Kroneder durfte sich über Gesamtrang sechs freuen.

Christoph Weber feiert den ARC-Sieg

Den Sieg in der Austrian Rallye Challenge (ARC) feierten Christoph Weber und Stefan Langthaler in ihrem VW Golf III KitCar auf Gesamtrang sieben: „