Schönbach:  Die Marktgemeinde Schönbach im Waldviertler Bezirk Zwettl wurde durch Franz Höfer, Kustos in den dortigen Klosterwerkstätten, zu einem Zentrum der Handwerkskunst, in der Regionalität gelebt wird.

Allen voran steht dort die uralte Kunst der Korbflechterei. „Österreichweit gibt es 26 Korbflechter, sieben davon in Niederösterreich“, erklärt Höfer dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Jeder Korbflechter habe sein Spezialgebiet.

Im 1. Österreichischen Korboutlet in Schönbach stehen bis zu 2.500 Körbe. Basis sind regionale Weiden, teilweise auch Haselnusssträucher, aus denen diese Körbe geflochten sind. Alles ist Handarbeit aus verschiedenen europäischen Regionen. Allerdings werden nur wenige Körbe direkt im Waldviertel hergestellt. Es sind dies der Waldviertler Kartoffelkorb und die Wachauer Zistel.

Die Korbflechterei gibt es in Österreich nicht mehr als Lehrberuf und wird es laut Franz Höfer auch nicht mehr geben. „Wer sich wirklich drei Jahre Zeit nehmen möchte für eine solche Ausbildung geht nach Lichtenfels in Bayern“, so der Museumskustos, der weiter ausführt: „Österreichweit bieten wir diverse Kurse in Sachen Korbflechten an. Bei uns in Schönbach finden Basiskurse jeweils von Jänner bis März statt. Alle Module – die können nur über mehrere Jahre belegt werden – kosten zusammen rund 950 Euro. Rund 150 bis 200 Personen sind zumindest jährlich bei einigen dieser Kurse dabei.“ Manche bilden sich österreichweit dann bei Spezialkursen fort.

Neben dem Korbflechten restauriert Franz Höfer gemeinsam mit seinen Mitarbeitern auch Thonet-Stühle. Das ist Handwerksarbeit pur und dauert sehr lange. „Wenn jemand seine Thonet-Stühle reparieren lassen will, kann dies durchaus bis zu zwölf Monate dauern“, so Höfer über eine exklusive Kunst, die aber gerne in Anspruch genommen wird.

Neben den Körben gibt es auch eine Seifensiederei und eine Ausstellung mit vielen regionalen Produkten. Alles das wird im Laufe des November und Dezember im Rahmen der örtlichen Dorfweihnacht auch entsprechend dekorativ in Schönbach präsentiert – immer natürlich unter Einhaltung der jeweils gültigen Covid19-Bestimmungen. (jm)

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