Zwettl: Was jeder Einzelne tun kann – als Privatperson, MitabeiterIn oder UnternehmerIn und warum es eine aktive Waldbewirtschaftung braucht, wurde diesen Montag in Zwettl diskutiert.

Unter dem Motto „Wozu brauchen wir PEFC?“ veranstaltete der Verein zur Förderung des Waldes, PEFC Austria, die LFS Edelhof als auch die Bezirksstelle Zwettl der WK NÖ am 16. September 2019 eine Podiumsdiskussion und holte Experten aus der Forstbranche, Holzindustrie und dem Druckereibereich an einen Tisch. Diskutiert wurde die aktuelle Situation von PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) – einem Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverarbeitung.

PEFC heißt, klimafitte, nachhaltige Bewirtschaftung
„In Österreich herrscht eines der strengsten Forstgesetze weltweit. Darauf baut auch das PEFC-System. Drei Viertel der heimischen Waldfläche werden schon nach den PEFC-Standards nachhaltig und aktiv bewirtschaftet. Ziel dabei sind arteinreiche und klimafitte Wälder.
Im Grunde ist aber genau das – die aktive Bewirtschaftung und Nutzung des Waldes, also eine tagtägliche Beobachtung, Kontrolle und Arbeit im Wald – die richtige Herangehensweise und der beste Schutz. Denn nur so können Gefahren schnellstmöglich erkannt und eingedämmt werden“, klärte FD DI Dr. Kurt Ramskogler, Obmann PEFC Austria auf und bezog sich dabei auf Gefahren wie Windwürfe oder die aktuell im Waldviertel vorherrschende Borkenkäferkalamität.

Auf Klimaschutz-Mission: 70.000 heimische Waldbesitzer
Franz Fischer, Obmann Waldverband NÖ fügte dem hinzu: „Wir müssen unseren Wald so behandeln und bewirtschaften, dass es auch für unsere Nachfahren Sinn ergibt und sie damit arbeiten können“, und bekräftigte damit die Notwendigkeit einer aktiven Bewirtschaftung und den Arbeitseinsatz im Wald.
Insgesamt sind über 70.000 heimische Waldbesitzer um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung nach den PEFC-Waldbewirtschaftungsstandards bemüht und kümmern sich um die Erhaltung des österreichischen Waldes mit all seinen Funktionen: Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts-, und Erholungsfunktion sowie um eine gesicherte Rohstoffversorgung.

CoC: international anerkanntes Marktzutrittskriterium
DI Peter Sattler (Holzfachberater proHolz NÖ, Auditor Quality Austria) und KommR Franz Kirnbauer (Vertreter Sägeindustrie) gaben als weitere Podiumsteilnehmer Einblick in die dem Waldbewirtschafter nachgelagerte Chain of Custody, Strategien des Mitbewerbers und stellten klar, dass PEFC ein international bedeutendes Marktzutrittskriterium ist. „Dass von den 250 niederösterreichischen Unternehmen aus der Holzbranche jedoch nur 47% ein CoC-Zertifikat besitzen, sei ein mageres Urteil für die Region“, so Kirnbauer.
LEH: Nachhaltiges Handeln durch zertifizierte Druckwerke

Als Stellvertreter des Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sprach Christof Kastner über den Nachhaltigkeitsansatz in der Kastner Gruppe und simple Steps hin zu einem nachhaltig agierenden Unternehmen wie z.B.: durch die Umstellung auf PEFC-zertifizierte Druckwerke: „Wir setzen bei unseren Flugblättern Großteils auf PEFC-zertifiziertes Papier und Recycling-Material.“ Weiters betonte Kastner, dass sich im umfassenden Sortiment der Kastner Gruppe auch PEFC-zertifizierte Eigenprodukte finden und Nachhaltigkeit in allen Unternehmenszielen höchste Priorität einnimmt. Manfred Ergott, Marketing- und Verkaufsleiter der PEFC-zertifizierten Druckerei Janetschek gab zudem Einblick in die Erarbeitung einer nachhaltigen Unternehmensstrategie und ergänzte abschließend: „Wir sind seit 2006 mit dabei. 55% des eingekauften Materials beziehen wir schon PEFC-zertifiziert und legen es Kunden täglich nahe, sich für ein Produkt aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holzverarbeitung zu entscheiden. Auch ein kleiner Produktionsbetrieb kann beim Umdenken viel leisten, wenn er will!“

Umdenken und Handeln mit PEFC
Einen persönlichen Beitrag leisten kann Herr und Frau Österreicher indem beim Einkauf von Holz und Holzprodukten auf das PEFC-Siegel geachtet wird: Die Entscheidung fällt dann auf eine aktive, nachhaltige und klimafitte Waldbewirtschaftung und somit auf produktive, artenreiche und gesunde Wälder sowie auf eine Absicherung der regionalen Wertschöpfung. „Mit einem PEFC-zertifizierten Produkt kann man sich absolut sicher sein, dass die Nachhaltigkeitssäulen Ökonomie, Ökologie und Soziales jeweils gleich gewichtet und berücksichtigt wurden“, fügte Ramskogler abschließend hinzu.

Weitere Informationen: Verein zur Förderung des Waldes, www.waldundholz.at , Foto: Karlheinz Piringer, www.pefc.at