Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresende:  Niedrigste Dezember-Arbeitslosigkeit seit 1980

Die Auswirkungen des nunmehr vierten Lockdowns halten sich auf dem regionalen Arbeitsmarkt in Grenzen. Allerdings gab es einen kräftigen, saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk Zwettl.

Innerhalb des letzten Monats hat sich die Anzahl der Jobsuchenden verdoppelt. Zum Jahreswechsel waren beim AMS Zwettl 1.055 Personen, davon 324 Frauen und 731 Männer, arbeitslos gemeldet. Seit dem November ist das ein Zuwachs von 528 Personen, während sich im Vorjahresvergleich ein deutlicher Rückgang um 255 Personen (minus 19,5%) zeigt. „Der starke, saisonale Zustrom in die Arbeitslosigkeit ist im Dezember normal. Viele Betroffene werden nur sehr kurz und vorübergehend beim AMS arbeitslos gemeldet sein, weil sie von ihren Arbeitgebern Einstellungszusagen innerhalb von drei Monaten erhielten“, erklärt Kurt Steinbauer, Leiter des AMS Zwettl. „Mit 1.055 Arbeitslosen verzeichnet der Bezirk Zwettl übrigens den niedrigsten Dezember-Wert seit 41 Jahren – nämlich seit 1980“, freut sich Steinbauer über den historischen Tiefstand.

Im Fokus: Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit

Trotz hinterlässt die Corona-Pandemie seit Ausbruch unübersehbare Spuren am Arbeitsmarkt. Eine der schwerwiegendsten Folgen dieser Krise ist die steigende Langzeitarbeitslosigkeit. Fast jede_r fünfte Arbeitslose in Niederösterreich ist derzeit ein Jahr und länger auf Jobsuche. Das AMS ist jedenfalls auf einen möglichen weiteren Lockdown im neuen Jahr vorbereitet. „Je geringer die Zahl der arbeitslosen Personen, am Beginn eines Lockdowns, desto wirkungsvoller gelingt es, den entstandenen Sockel an Arbeitslosigkeit abzubauen“, weiß AMS-Chef Steinbauer. Im Dezember haben die Berater_innen des AMS Zwettl 359 Vermittlungsvorschläge ausgegeben. 73 Jobsuchende konnten im Dezember ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme beenden und 67 freie Stellen und Lehrstellen wurden mit einer passenden Arbeitskraft besetzt. In den vergangenen neun Monaten konnte der Höchststand an Langzeitarbeitslosen von 125 Personen (im März) auf nunmehr 77 gesenkt werden. Das ist eine Reduktion von 38,4%. Seither (ab April) haben 43 Personen im Bezirk Zwettl ihre Langzeitarbeitslosigkeit durch eine Beschäftigungsaufnahme beendet.

Aktion Sprungbrett wird auch 2022 fortgesetzt

Um die Langzeitarbeitslosigkeit weiter einzudämmen, wird das AMS in Niederösterreich die im Vorjahr gestartete erfolgreiche „Aktion Sprungbrett“ auch 2022 weiterführen. Dabei bietet das AMS besonders attraktive Lohnkostenförderungen für Betriebe, die Langzeitarbeitslose anstellen. Im vergangenen Halbjahr gelang rund 2.000 Niederösterreichern mit Hilfe dieses Programmes der berufliche Wiedereinstieg. „Vor allem für Ältere und Menschen mit Gesundheitseinschränkungen ist es schwierig, eine neue Beschäftigung zu finden. Damit auch für diese Personen der berufliche Wiedereinstieg gelingt, bedarf es spezieller Beratung und intensiver Unterstützung“, so Steinbauer. Das AMS wird im kommenden Jahr in Kooperation mit dem Land NÖ und den Sozialpartnern den Weg der konsequenten und nachhaltigen Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit fortsetzen. 40,2 Millionen Euro an Lohnkostenförderungen im Rahmen der Aktion Sprungbrett sind reserviert, um rund 4.000 Langzeitarbeitslosen den Weg zurück ins Erwerbsleben zu ebnen.

Die Arbeitsmarkt-Daten des Bezirkes

Die Zahlen vom Dezember

2020

2021

+/-

in%

Vorgemerkte Arbeitslose

1.310

1.055

-255

-19,5%

Sofort verfügbare offene Stellen

275

402

+127

+46,2%

Personen in AMS-Kursen

96

114

+18

+18,8%

Lehrstellensuchende

13

9

-4

-30,8%

Sofort verfügbare offene Lehrstellen

62

78

+16

+25,8%

Quelle: Arbeitsmarktservice Zwettl, Stand 31.12.2021

Mit besten Grüßen

Kurt Steinbauer
Geschäftsstellenleiter
Arbeitsmarktservice Zwettl
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