Zwettl: Die Überlebende des NS-Regimes Dr. Lucia Heilman aus Wien berichtet am 29. April, um 15 Uhr, im Zwettler Stadtsaal über die prägende Zeit im Zweiten Weltkrieg.

Das heurige Gedenkjahr an den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich vor 80 Jahren nahm die Theatergruppe Zwettl im April zum Anlass, um das bewegende Stück „Der Bockerer“ auf die Bühne zu bringen. Darin geht es um die Schrecken des Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkriegs und um den ganz privaten Widerstand des Wiener Vorstadt-Fleischhauers Karl Bockerer. Regisseur Stefan Leisser präsentierte damit gelungen ein „Lehrbeispiel für Toleranz und Menschlichkeit in einer aufgeheizten und polarisierenden Welt“.

Um aus erster Hand zu erfahren, wie das Leben zwischen 1938 und 1945 tatsächlich war, holt der Theaterverein Zeitzeugen, unter anderem auch für Vorträge an den Schulen, nach Zwettl. Dr. Lucia Heilman, die als Ärztin arbeitete und vor einiger Zeit auch im Rahmen der Aufführung „Die letzten Zeugen“ im Wiener Burgtheater auftrat, wird am Sonntag, 29. April, um 15 Uhr im Zwettler Stadtsaal zu Gast sein und über die damalige Zeit berichten.

Dr. Heilman ist es wichtig, über ihre einschneidenden und tief prägenden Kindheitserlebnisse zu sprechen, damit diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät. Daher will sie mit ihrem Vortrag ansatzweise spüren lassen, wie es war, mit dem Grundgefühl „Angst“ jahrelang leben zu müssen. Dr. Heilman, die heute 88 Jahre alt ist, überlebte die NS-Zeit in einem Versteck, das der Freund ihres Vaters gebaut hatte. Der Vortrag bietet die einmalige Gelegenheit, einen Bericht von einer der letzten Zeitzeugen zu erfahren.

Eintrittskarten für den Vortrag am 29. April können jeweils um 5 Euro unter der Telefonnummer 0677/62663344 reserviert und an der Tageskassa im Zwettler Stadtsaal abgeholt werden.

Weitere Informationen im Internet unter: www.theater.zwettl.at

Informationen: Jürgen Zarl, Foto: Theatergruppe Zwettl